{"id":1605,"date":"2019-02-22T12:51:53","date_gmt":"2019-02-22T11:51:53","guid":{"rendered":"http:\/\/meinungsterror.de\/?p=1605"},"modified":"2019-02-22T12:51:53","modified_gmt":"2019-02-22T11:51:53","slug":"kein-salut-ist-das-gut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/meinungsterror.de\/?p=1605","title":{"rendered":"Kein Salut, ist das gut?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/meinungsterror.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/0q_2019_mt_prof_patzelt_a.gif\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"336\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1606\" \/><\/p>\n<p>Wie die &#8222;<a href=\"https:\/\/www.saechsische.de\/plus\/kein-salutschiessen-fuer-patzelt-werner-tu-dresden-fischer-cdu-afd-sachsen-grossenhain-freischuetzen-landtag-d-5038316.html\">S\u00c3\u00a4chsische Zeitung<\/a>&#8220; (kompletter Artikel online nur f\u00c3\u00bcr Abonnenten einsehbar) berichtet, sollte ein Salutkommando der Gro\u00c3\u0178enhainer Freisch\u00c3\u00bctzengesellschaft, einem Wunsch aus der Politik entsprechend, die Verabschiedung von Professor Patzelt von der TU Dresden umrahmen. Dazu ist es aber nicht gekommen:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>\n(&#8230;)<br \/>\nDer CDU-Landtagsabgeordnete Sebastian Fischer h\u00c3\u00a4tte es gern gesehen, wenn die CDU den Politikprofessor Werner Patzelt mit einem Salutschie\u00c3\u0178en an der TU Dresden verabschiedet und in ihren Reihen des CDU-Wahlkampfteams begr\u00c3\u00bc\u00c3\u0178t h\u00c3\u00a4tte. Das hatten Patzelts Studenten vorgeschlagen. <\/p>\n<p>Fischer rief also in Gro\u00c3\u0178enhain an. Schlie\u00c3\u0178lich hatten die Sch\u00c3\u00bctzen der Freisch\u00c3\u00bctzengesellschaft 1860 Gro\u00c3\u0178enhain, Abteilung Stadtwache zu Hayn, schon Ministerpr\u00c3\u00a4sident Stanislaw Tillich in Ehren mit Salutb\u00c3\u00b6llern verabschiedet. Das war an einem Donnerstagabend. Am Montag sollte die Verabschiedung der TU Dresden stattfinden \u00e2\u20ac\u201c zu kurzfristig, so das Ordnungsamt Dresden, um alle m\u00c3\u00b6glichen Genehmigungen einzuholen. <\/p>\n<p>(&#8230;)<br \/>\nEin rein zeitliches Problem also? Wohl nicht, denn im Gespr\u00c3\u00a4ch der SZ mit Michael Enger, erster Vorsitzender der Gro\u00c3\u0178enhainer Freisch\u00c3\u00bctzengesellschaft, zeigt sich schnell, der Konflikt sitzt viel tiefer. Auf die Frage, ob es m\u00c3\u00b6glicherweise noch einen Nachholetermin gibt, wie Fischer angeregt hatte, lehnt er ab. \u00e2\u20ac\u017eSicher nicht, ich halte das f\u00c3\u00bcr keine gute Idee\u00e2\u20ac\u0153, so Enger.<\/p>\n<p>Liegt das an der umstrittenen Person von Patzelt, dem AfD-N\u00c3\u00a4he vorgeworfen wird? \u00e2\u20ac\u017eNein, ich bin r\u00c3\u00bcckblickend auch vom Salutschie\u00c3\u0178en bei Tillich nicht begeistert\u00e2\u20ac\u0153, antwortet Enger. Die Gro\u00c3\u0178enhainer Sch\u00c3\u00bctzen sollten solche Auftritte meiden und sich ganz auf runde Geburtstage der Sch\u00c3\u00bctzenbr\u00c3\u00bcder und Sch\u00c3\u00bctzenfeste konzentrieren, wie es im Statut festgelegt ist. Nur der Vorstand befinde \u00c3\u00bcber solche Auftritte. Ein unmissverst\u00c3\u00a4ndliches Zeichen: es gibt dazu unterschiedliche Meinungen unter den Sch\u00c3\u00bctzen. <\/p>\n<p>Salutschie\u00c3\u0178en ist Brauchtum, das 2015 sogar als fester Bestandteil des Sch\u00c3\u00bctzenwesens in Deutschland in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Doch das Brauchtum \u00e2\u20ac\u017eB\u00c3\u00b6llern\u00e2\u20ac\u0153 hat es schwer in einer Zeit, in der jeder B\u00c3\u00b6llerer als Storchenschreck gilt \u00e2\u20ac\u201c schlimmer, er k\u00c3\u00b6nnte ein Militarist sein. Armin Benicke, Sch\u00c3\u00bctze und Vorsitzender des Gro\u00c3\u0178enhainer Fliegervereins, ist ein offensiver Verfechter dieses Brauchtums. <\/p>\n<p>Daf\u00c3\u00bcr hat er k\u00c3\u00bcrzlich erst einen R\u00c3\u00bcffel vom Vorstand gefangen, doch er bleibt dabei. \u00e2\u20ac\u017eWie wollen wir den B\u00c3\u00bcrgern denn diese Tradition nahebringen, wenn wir sie selber nicht mehr pflegen?\u00e2\u20ac\u0153 fragt er und hofft, dass sich die Sch\u00c3\u00bctzen auf ihrer Jahresmitgliederversammlung am 16. M\u00c3\u00a4rz im Alberttreff dazu grunds\u00c3\u00a4tzlich aussprechen.<\/p>\n<p>Denn die Sch\u00c3\u00bctzen haben noch eine ganz andere Debatte: den Tag der Sachsen. Der Vorstand der Gro\u00c3\u0178enhainer Freisch\u00c3\u00bctzen m\u00c3\u00b6chte ohne Waffen am historischen Festumzug teilnehmen. Andere finden das hinter vorgehaltener Hand schlicht \u00e2\u20ac\u017ealbern\u00e2\u20ac\u0153 nur in Uniformen zu laufen. <\/p>\n<p>Dabei hat das Kuratorium den s\u00c3\u00a4chsischen Sch\u00c3\u00bctzen unter strengen Auflagen das Tragen der historischen Vorderlader erlaubt. Anzumelden haben sie sich beim Kreissch\u00c3\u00bctzenmeister R\u00c3\u00b6der-Mulde, Alois Langwieser aus Sacka. Das Salutschie\u00c3\u0178en ist dagegen nur noch wenigen vorbehalten.<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nDie Sch\u00c3\u00bctzen sind namentlich hinterlegt und durchlaufen bei der \u00c3\u0153berpr\u00c3\u00bcfung jedes Mal einzeln einen Sicherheitscheck durch Polizei, LKA und Verfassungsschutz. Au\u00c3\u0178erdem sind Sachkundenachweis und Versicherung vorzulegen und strenge Auflagen vor Ort einzuhalten. Doch dazu muss erst einmal grunds\u00c3\u00a4tzlich klar sein, was die Sch\u00c3\u00bctzen selbst wollen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Sch\u00c3\u00bctzenfreunde aus Gro\u00c3\u0178enhain d\u00c3\u00bcrften sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben und f\u00c3\u00bcr beide Seiten kann man Verst\u00c3\u00a4ndnis aufbringen.<\/p>\n<p>Das eigentliche Problem wird, ob bewusst oder nicht, weder von den beteiligten Vereinsvertretern, noch im Zeitungsartikel angesprochen:<\/p>\n<p>Viele Sch\u00c3\u00bctzen sind es leid, zur folkloristischen Umrahmung aller m\u00c3\u00b6glicher Festivit\u00c3\u00a4ten herangezogen zu werden und, hier sei Professor Patzelt ausdr\u00c3\u00bccklich ausgenommen, gegen\u00c3\u00bcber Menschen oder Gruppen Ehrenbezeugungen zu erbieten, die im politischen Alltag wom\u00c3\u00b6glich aktiv gegen Sportsch\u00c3\u00bctzen bzw. Waffenbesitz agitieren.<\/p>\n<p>Das an Paranoia grenzende Misstrauen, das man seitens des Gesetzgebers gegen\u00c3\u00bcber Sch\u00c3\u00bctzen hegt, wird im Zeitungsartikel ja gut beschrieben. Es reicht nicht, dass vor die Erwerbserlaubnis einer WBK-pflichtigen Schusswaffe eine Reihe enormer finanzieller und b\u00c3\u00bcrokratischer H\u00c3\u00bcrden aufgebaut werden. Es reicht nicht, dass man als Erlaubnisinhaber fortw\u00c3\u00a4hrend staatlicher Kontrolle unterliegt und Grundrechte f\u00c3\u00bcr anlasslose Kontrollzwecke preisgeben muss.  Der so bereits mehrfach und fortw\u00c3\u00a4hrend \u00c3\u00bcberpr\u00c3\u00bcfte Waffenbesitzer wird, falls er sich bei der uralten Sch\u00c3\u00bctzentradition des Salutkommandos aktiv beteiligen m\u00c3\u00b6chte, auch nochmal und nochmal \u00c3\u00bcberpr\u00c3\u00bcft.<\/p>\n<p>Welche enormen Gefahren f\u00c3\u00bcr die innere Sicherheit w\u00c3\u00bcrden sich schlie\u00c3\u0178lich auftun, wenn ein rechtstreuer, unbescholtener, mehrfach hinsichtlich Zuverl\u00c3\u00a4ssigkeit und pers\u00c3\u00b6nlicher Eignung \u00c3\u00bcberpr\u00c3\u00bcfter Sch\u00c3\u00bctze einfach so Salut schie\u00c3\u0178en d\u00c3\u00bcrfte? Mit einer &#8211; Gott stehe uns bei &#8211; ECHTEN Flinte oder ECHTEM Ordonanzgewehr in der \u00c3\u2013ffentlichkeit?!? Alleine der Gedanke an als in besonders hohem Ma\u00c3\u0178e rechtstreu geltende Waffenbesitzer, die mit deliktisch nahezu irrelevanten Langwaffen in der \u00c3\u2013ffentlichkeit ein paar Platzpatronen abschie\u00c3\u0178en, scheint Teilen der Obrigkeit schlaflose N\u00c3\u00a4chte zu bereiten und den Angstschwei\u00c3\u0178 auf die Stirn zu treiben.<\/p>\n<p>So sind zwei Dinge nicht verwunderlich:<\/p>\n<p>Erstens, dass die Ministerialb\u00c3\u00bcrokratie bei der <a href=\"https:\/\/prolegal.de\/2019\/01\/21\/synopsen-zu-aenderungen-des-waffenrechts-und-deren-verordnung\/\">Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie in nationales Recht <\/a>schamlos den Versuch unternimmt, noch weitere G\u00c3\u00a4ngelungen, Verbote und B\u00c3\u00bcrokratie ins ohnehin extrem \u00c3\u00bcberregulierte Waffengesetz einzubauen und die Anzahl der Fallstricke, in denen sich B\u00c3\u00bcrger verheddern k\u00c3\u00b6nnen, nochmals erh\u00c3\u00b6hen.<\/p>\n<p>Zweitens, dass derart geg\u00c3\u00a4ngelte und diffamierte B\u00c3\u00bcrger, deren einziges Vergehen das Aus\u00c3\u00bcben einer dem linksgr\u00c3\u00bcnen Zeitgeist widerstrebenden, politisch unkorrekten Sportart ist, keine Lust mehr haben, diese fortw\u00c3\u00a4hrenden Misstrauensbezeugungen durch die Politik auch noch durch folkloristische Auftritte in ihrer Freizeit zu honorieren.<\/p>\n<p>Das nun ausgerechnet Professor Patzelt nicht in den Genuss eines Salutschie\u00c3\u0178ens kam, ist bedauerlich.<\/p>\n<p>Daf\u00c3\u00bcr kann er sich aber auch bei seinen neuen Parteifreunden aus der CDU bedanken. Deren Mandatstr\u00c3\u00a4ger, je h\u00c3\u00b6her diese sich von der kommunalen Ebene entfernen, wagen es kaum bis gar nicht, sich \u00c3\u00b6ffentlich f\u00c3\u00bcr die berechtigten Belange der Sch\u00c3\u00bctzen einzusetzen. Und dies allen beschwichtigenden Sonntagsreden zum Trotz. Zu gro\u00c3\u0178 scheint die Angst zu sein vor ein bisschen Gegenwind aus Richtung der sog. &#8222;\u00c3\u00b6ffentlichen Meinung&#8220;. <\/p>\n<p>Selbst bei der Bewerbung eines hohen Sch\u00c3\u00bctzenfunktion\u00c3\u00a4rs um ein Bundestagsmandat erschien es den s\u00c3\u00a4chsischen CDU-Parteistrategen angebracht, dieses Amt des Kandidaten auf der Homepage des Wahlk\u00c3\u00a4mpfers unerw\u00c3\u00a4hnt zu lassen. Auch das <a href=\"https:\/\/www.saechsische.de\/kamenz-can-dance-begeistert-minister-3747508.html\">Herumgeiere eines Bundesministers des Inneren<\/a> auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit willk\u00c3\u00bcrlich festgelegter Altersgrenzen im Schie\u00c3\u0178sport ist dem Autor noch zu gut in Erinnerung&#8230; <\/p>\n<p>Klare Statements f\u00c3\u00bcr den m\u00c3\u00bcndigen, verantwortungsbewussten, Waffen besitzenden B\u00c3\u00bcrger kommen, wenn \u00c3\u00bcberhaupt, aus den Reihen der FDP bzw. AfD &#8211; auch beim aktuell die Waffenbesitzer belastenden Thema EU-Waffenrichtlinie.<\/p>\n<p>So lange hierzulande ernsthaft dar\u00c3\u00bcber nachgedacht wird, ausgerechnet Vorderladerwaffen, Dekoger\u00c3\u00bcmpel und Magazine mit gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178erer Kapazit\u00c3\u00a4t registrier- bzw. erlaubnispflichtig zu machen, so lange ernsthaft dar\u00c3\u00bcber nachgedacht wird, die Kontrolldichte bei Waffenbesitzern noch enger und strenger zu fassen, so lange sollten Sch\u00c3\u00bctzen nur dort ihr Brauchtum und ihre Traditionen pflegen, wo man sie auch entsprechend wertsch\u00c3\u00a4tzt.<\/p>\n<p>Und diese Wertsch\u00c3\u00a4tzung ist leider in weiten Teilen der Politik, wo ausschlie\u00c3\u0178lich die Reduzierung und Regulierung der registrierten und kaum f\u00c3\u00bcr Straftaten missbrauchten, legal besessenen Schusswaffen im Fokus steht, selten der Fall. <\/p>\n<p>Aber vielleicht geht dem Einen oder Anderen irgendwann doch noch ein Licht auf, dass man Terroristen nicht durch sch\u00c3\u00a4rfere Waffengesetze vom Erwerb von m\u00c3\u00bchelos <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/sachsen\/dresden\/granaten-dresden-landeskriminalamt-100.html\">quer durch Europa geschmuggelten Kriegswaffen<\/a> abh\u00c3\u00a4lt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt&#8230;    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die &#8222;S\u00c3\u00a4chsische Zeitung&#8220; (kompletter Artikel online nur f\u00c3\u00bcr Abonnenten einsehbar) berichtet, sollte ein Salutkommando der Gro\u00c3\u0178enhainer Freisch\u00c3\u00bctzengesellschaft, einem Wunsch aus der Politik entsprechend, die Verabschiedung von Professor Patzelt von der TU Dresden umrahmen. 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