{"id":504,"date":"2013-02-15T15:52:32","date_gmt":"2013-02-15T14:52:32","guid":{"rendered":"http:\/\/meinungsterror.de\/?p=504"},"modified":"2013-02-15T15:52:32","modified_gmt":"2013-02-15T14:52:32","slug":"grafes-verbaler-amoklauf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/meinungsterror.de\/?p=504","title":{"rendered":"Grafes verbaler Amoklauf"},"content":{"rendered":"<p>Das Bundesverfassungsgericht hat sich viel Zeit genommen und eine <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/pressemitteilungen\/bvg13-008.html\">Entscheidung getroffen<\/a>.<\/p>\n<blockquote><p>Die 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat drei Verfassungsbeschwerden gegen das geltende Waffengesetz, mit denen die Beschwerdef\u00c3\u00bchrer eine Verletzung staatlicher Schutzpflichten r\u00c3\u00bcgen, nicht zur Entscheidung angenommen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Richter begr\u00c3\u00bcnden sogar die die Ablehnung. Im Schlussabsatz hei\u00c3\u0178t es:<\/p>\n<blockquote><p>Angesichts des dem Gesetzgeber bei der Erf\u00c3\u00bcllung seiner Schutzpflichten zukommenden weiten Einsch\u00c3\u00a4tzungs-,<br \/>\nWertungs- und Gestaltungsspielraums steht den Beschwerdef\u00c3\u00bchrern ein grundrechtlicher Anspruch auf weitergehende oder auf bestimmte Ma\u00c3\u0178nahmen wie das Verbot von Sportwaffen nicht zu. <\/p><\/blockquote>\n<p>Das sollte eigentlich jedem halbwegs mit gesundem Menschenverstand gesegneten Zeitgenossen einleuchten. Man kann nicht jedes noch so minimale, theoretische Restrisiko durch Gesetze und Verbote vermeiden. <\/p>\n<p>Der Sprecher der Initiative &#8222;Keine Sportwaffen als Mordwaffen&#8220; sieht das nat\u00c3\u00bcrlich ganz anders.<\/p>\n<p>In einem <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.sportmordwaffen.de\/Verfassungsbeschwerde-Entscheidung-Presseerklaerung-Ablehnung-2013.pdf\">vierseitigen Pamphlet<\/a> l\u00c3\u00a4uft Roman Grafe verbal Amok und macht bei seinen w\u00c3\u00bcsten Beschimpfungen und Diffamierungen nicht einmal vor dem Bundesverfassungsgericht halt.<\/p>\n<blockquote><p>Das Bundesverfassungsgericht best\u00c3\u00a4tigt mit seiner heute ver\u00c3\u00b6ffentlichten Entscheidung den Wahnsinn t\u00c3\u00b6dlicher Sportwaffen. Es erkl\u00c3\u00a4rt das deutsche Waffengesetz f\u00c3\u00bcr \u00e2\u20ac\u017enicht verfassungswidrig\u00e2\u20ac\u0153. Eine moralische Kapitulations-Erkl\u00c3\u00a4rung unserer Gesellschaft. <strong>Ein Triumph krimineller Unvernunft.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Kaum auszudenken, wie hoch die Wellen schlagen w\u00c3\u00bcrden, wenn ein b\u00c3\u00b6ser Sportsch\u00c3\u00bctze eine Entscheidung der Karlsruher Richter mit &#8222;krimineller Unvernunft&#8220; kommentiert h\u00c3\u00a4tte&#8230;<\/p>\n<p>Doch der Rundumschlag geht weiter:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Das moralische Versagen ist nahezu umfassend \u00e2\u20ac\u201c keine Partei, keine Regierung, keine Bundestagsmehrheit k\u00c3\u00a4mpft f\u00c3\u00bcr ein Verbot aller t\u00c3\u00b6dlichen Sportwaffen. Keine Kirche und keine Gewerkschaft. Und das Bundesverfassungsgericht billigt diese<br \/>\nt\u00c3\u00b6dliche Ignoranz. Nicht einmal die erschossenen Sch\u00c3\u00bcler und Lehrer der Sportwaffen-Massaker von Eppstein (1983), Erfurt (2002) und Winnenden (2009) sind Grund genug f\u00c3\u00bcr unsere Gesellschaft, die legalen Tatwerkzeuge zu verbieten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Na, zum Gl\u00c3\u00bcck gibt&#8217;s den Meister Grafe, der unser aller moralisches Versagen so tapfer aufzeigt. Auch wenn er unterschl\u00c3\u00a4gt, dass Gr\u00c3\u00bcne, Linkspartei sowie Teile der SPD und die Massenmedien ihm und seinen kruden Thesen jede Menge Aufmerksamkeit schenken.<\/p>\n<blockquote><p>Allein eine kleine B\u00c3\u00bcrger-Initiative k\u00c3\u00a4mpft gegen die Sportmordwaffen \u00e2\u20ac\u201c ein paar Dutzend Menschen, die nach dem Winnender Schulmassaker sagten: So etwas darf nicht mehr geschehen! So leicht darf man es M\u00c3\u00b6rdern nicht mehr machen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wahrscheinlich haben die auch einen Druiden, der ihnen einen Zaubertrank mixt. Der scheint zwar keine \u00c3\u00bcbermenschlichen Kr\u00c3\u00a4fte, aber eine extrem selektive Wahrnehmung hervorzurufen. <\/p>\n<blockquote><p>Wir trauern um die Menschen, die in den vergangenen sechs Jahrzehnten in der Bundesrepublik Deutschland mit Waffen von Sportsch\u00c3\u00bctzen get\u00c3\u00b6tet wurden. Mindestens hundertdrei\u00c3\u0178ig Opfer waren es allein in den vergangenen zwanzig Jahren<br \/>\n\u00e2\u20ac\u201c M\u00c3\u00a4dchen, Jungen, Frauen und M\u00c3\u00a4nner. (Das sind mehr Menschen, als an der Berliner Mauer in 28 Jahren erschossen worden waren.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Was f\u00c3\u00bcr ein gro\u00c3\u0178kotziges, selbstgerechtes Getue! Zehntausende Menschen wurden in den letzten Jahrzehnten in Deutschland Opfer eines T\u00c3\u00b6tungsdeliktes, nur bei den wenigsten davon war das Tatmittel eine legal besessene Sportwaffe. Und selbst bei diesen wenigen F\u00c3\u00a4llen h\u00c3\u00a4tte ein Sportwaffenverbot gar nichts gebracht. Bei den meisten dieser Delikte handelte es sich um Beziehungstaten die v\u00c3\u00b6llig ungeachtet der Verf\u00c3\u00bcgbarkeit von Schusswaffen stattfinden.<\/p>\n<p>99,x Prozent der Opfer ignorieren und scheinheilig die restlichen paar Promille zusammen mit den Mauertoten zu instrumentaliseren &#8211; wie erb\u00c3\u00a4rmlich!<\/p>\n<blockquote><p>\nIn Gro\u00c3\u0178britannien unterschrieben nach dem Grundschul-Massaker in Dunblane 1996 innerhalb von vier Monaten eine Million B\u00c3\u00bcrger eine Petition f\u00c3\u00bcr ein Verbot t\u00c3\u00b6dlicher Legalwaffen. Jeder sechzigste Brite sprach sich also daf\u00c3\u00bcr aus. Und sie hatten Erfolg.<\/p><\/blockquote>\n<p>Klar, &#8222;Erfolg&#8220;. Wenn man die Tatsache, dass England mittlerweile das Land mit der h\u00c3\u00b6chsten Gewaltkriminalit\u00c3\u00a4tsrate in der EU ist als &#8222;Erfolg&#8220; bezeichnet, dann war das sogar ein durchschlagender Erfolg. Vielleicht f\u00c3\u00a4rbt ja das Beispiel auch auf Ballsportarten ab und zuk\u00c3\u00bcnftig bezeichnet man Eigentore als &#8222;Erfolg&#8220;.<\/p>\n<blockquote><p>Das lasche deutsche Waffengesetz ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Es ist Unrecht, weil es den wirksamen Schutz der Bev\u00c3\u00b6lkerung vor Waffenmi\u00c3\u0178brauch nicht weitestgehend gew\u00c3\u00a4hrleistet, ja nicht einmal anstrebt, sondern einen solchen Schutz offensichtlich nur vort\u00c3\u00a4uscht.<br \/>\nDas deutsche Waffenrecht l\u00c3\u00a4\u00c3\u0178t Angriffen mit t\u00c3\u00b6dlichen Sportwaffen freien Lauf. Es erlaubt Millionen private Schu\u00c3\u0178waffen, die f\u00c3\u00bcr das T\u00c3\u00b6ten oder Verletzen von Menschen hergestellt wurden und mit denen man leicht und schnell viele Menschen t\u00c3\u00b6ten kann \u00e2\u20ac\u201c Kriegswaffen also, Mordwaffen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aua. Grafe und seine Kumpane basteln sich ihre eigene Definition von Kriegs- und Schusswaffen und dem Sinn und Zweck des Waffengesetzes zurecht. Anschlie\u00c3\u0178end wundern sie sich, dass diese hirnakrobatische H\u00c3\u00b6chstleistung kaum jemand nachvollziehen, geschweige denn teilen kann oder will.<\/p>\n<p>Anstatt die M\u00c3\u00b6glichkeit, dass man sich auf dem Holzweg befindet, wenigstens in Betracht zu ziehen schilt man die, die es wagen, diesen nur zu offensichtlichen Holzweg nicht zu beschreiten. Aus Sicht des Geisterfahrers sind aber nat\u00c3\u00bcrlich die schuld, die ihm entgegenkommen.<\/p>\n<blockquote><p>Noch immer \u00c3\u00bcberwiegen im deutschen Waffenrecht die Freiheitsrechte einer organisierten Minderheit die Schutzrechte der Mehrheit. Das Waffenrecht mu\u00c3\u0178 endlich die Gew\u00c3\u00a4hrleistung der pers\u00c3\u00b6nlichen und \u00c3\u00b6ffentlichen Sicherheit in den<br \/>\nMittelpunkt stellen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Den Beweis dieser gef\u00c3\u00bchlten Mehrheit, die man zu repr\u00c3\u00a4sentieren sich anma\u00c3\u0178t, bleibt man &#8211; wie immer &#8211; nat\u00c3\u00bcrlich schuldig. Vermutlich zieht man von der deutschen Bev\u00c3\u00b6lkerung die etwa 1,5 Millionen in Vereinen organisierten Sch\u00c3\u00bctzen ab und nimmt den Rest f\u00c3\u00bcr sich in Beschlag. Dass es zig Millionen B\u00c3\u00bcrger gibt, denen Waffen und die entsprechenden Gesetze schlichtweg egal sind oder die gar Sympathien f\u00c3\u00bcr Sch\u00c3\u00bctzen und Schusswaffen hegen, sieht das Tunnelblick-Weltbild von Grafe &#038; Co. nicht vor.<\/p>\n<blockquote><p>Wozu haben wir ein Bundesverfassungsgericht, wenn es unsere Kinder nicht davor sch\u00c3\u00bctzt, in der Schule mit legalen Sport- und Spa\u00c3\u0178waffen ermordet zu werden? Das Gericht hat zweieinhalb Jahre gebraucht, um festzustellen, da\u00c3\u0178 dies ein vertretbares Risiko ist.<\/p>\n<p>Das Bundesverfassungsgericht hat das in Artikel 2 des Grundgesetzes zugesicherte Grundrecht auf Leben unter Vorw\u00c3\u00a4nden aufgegeben.<\/p>\n<p>Ab heute tickt die Zeitbombe des n\u00c3\u00a4chsten Sportwaffen-Amoklaufs mit Billigung des Bundesverfassungsgerichts.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer in einer solchen unfl\u00c3\u00a4tigen Art und Weise ein Verfassungsorgan diffamiert, beleidigt und belehrt stellt sich selbst ins Abseits. <\/p>\n<p>Der 15. Februar 2013 ist f\u00c3\u00bcr die &#8222;b\u00c3\u00b6sen Waffenlobyisten&#8220; und &#8222;Sportmordsch\u00c3\u00bctzen&#8220; nicht wegen der heute ver\u00c3\u00b6ffentlichten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes ein denkw\u00c3\u00bcrdiger Tag. <\/p>\n<p>Die als &#8222;Pressemitteilung&#8220; deklarierte Schand- und Schm\u00c3\u00a4hschrift und die darin betriebene Selbstentlarvung eines der Lebenswirklichkeit gegen\u00c3\u00bcber vollkommen immunen  Weltverbesserers und Hetzers ist das eigentliche Highlight.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesverfassungsgericht hat sich viel Zeit genommen und eine Entscheidung getroffen. Die 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat drei Verfassungsbeschwerden gegen das geltende Waffengesetz, mit denen die Beschwerdef\u00c3\u00bchrer eine Verletzung staatlicher Schutzpflichten r\u00c3\u00bcgen, nicht zur Entscheidung angenommen. Die Richter begr\u00c3\u00bcnden sogar die die Ablehnung. 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