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Die vier Typen der Waffengegner

Von Benedikt Krainz | 9.Juni 2019

Nach knapp zwei Jahrzehnten Erfahrung mit Debatten und Diskussionen in Foren, Zeitungs-Kommentarbereichen und in sozialen Netzwerken sind es immer wieder die gleichen vier Typen Waffengegner, die sich entsprechend positionieren. Hier ist meine persönliche Definition:

Typ 1: Lieschen Müller

Typ 1 hat keine Ahnung. Weder vom Waffengesetz, noch von Schusswaffen, ist aber sehr emotional. Typ 1 kennt Schießen und Waffen nur aus der Glotze. Typ 1 lässt sich gerne durch reißerische Zeitungsberichte und Fernsehbeiträge erschrecken und glaubt, was sie sieht und liest und was andere erzählen, die etwas in der Zeitung gelesen und in der Glotze gesehen haben. Und weil sie das glaubt, was sie sieht und liest und man über Waffen und ihre Besitzer kaum neutral und unvoreingenommen schreibt und sendet, ist Lieschen Müller grundsätzlich gegen Waffen in Privatbesitz. Sachlich vorgetragenen Argumenten ist Lieschen Müller gegenüber oft aufgeschlossen. Der Typ “Lieschen Müller” bekundet meist spontan und anlassbezogen seine Aversion gegen Waffen/Waffenbesitz, zieht sich aus einer Diskussion meistens schnell zurück, wenn die Gegenseite stichhaltige, ihm bis dahin nicht bekannte Fakten einbringt.

Typ 2: Einzelkind-Amazonshopper

Typ 2 hat eigentlich nichts gegen Waffen und würde selbst mehrere besitzen, wenn man die so einfach wie andere Konsumgüter im Laden kaufen oder bei Amazon bestellen könnte. Typ 2 hätte die finanziellen Mittel, ist aber nicht bereit, deshalb in einen Verein einzutreten, ein Jahr lang zu trainieren, die Waffensachkundeprüfung abzulegen und sich dann noch mit Formularen und Behörden auseinanderzusetzen. Er ist es gewohnt, auch ohne erbrachte Leistung Wünsche erfüllt zu bekommen und das sofort und ohne Wartezeit.
Seine Agitation gegen Waffenbesitzer ist von Neid geprägt. Was er nicht darf, sollen andere gefälligst auch nicht dürfen.

Typ 3: Der Vorstrafen-Frust-Eifersüchtige

Typ 3 ist der unangenehmste in Diskussionen. Seine Motivation, gegen Waffenbesitz(er) zu polemisieren, liegt ähnlich gelagert wie bei Typ 2, jedoch liegt auf seiner Biografie und/oder geistigen Gesundheit ein Schatten, der es ihm unmöglich macht, in den nächsten Jahren legal eine Schusswaffe zu erwerben. Seine Abneigung gegen Waffenbesitzer richtet sich deshalb auch nicht primär gegen deren Waffenbesitz, sondern gegen ihre vom Staat bescheinigte “Zuverlässigkeit” und “persönliche Eignung”. Da er dies aber nie zugeben würde, schwingt er sich auf ein besonders hohes moralisches Ross und gibt sich als unerschrockener Kämpfer für Waffenverbote. Sein argumentatives Rüstzeug holt er sich in Form von besonders hetzerischen Zeitungsartikeln vornehmlich aus der “Zeit” und “Süddeutscher Zeitung”, die er als Lesezeichen gespeichert hat. Zusätzlich greift er gerne (im wahrsten Sinne des Wortes) unter der Gürtellinie an und polemisiert von Waffenbesitz als Penisverlängerung.

Eine Diskussion mit ihm ist völlig sinnlos, da er nur seinen persönlichen Frust kompensieren möchte, in dem er die ihm so verhassten zuverlässigen und persönlich geeigneten Bürger durch dümmlichste Polemik, Schuldzuweisungen und auch persönliche Angriffe provoziert. Ziel dieser Provokation ist es, eine ebenfalls unsachliche/persönliche Reaktion des Angegriffenen zu erzeugen. Ist ihm jemand in die Falle gegangen und hat die sachliche Ebene verlassen, wird unverzüglich diese provozierte Reaktion als Beweis gefeiert, wie wenig geeignet die betroffene Person doch zum Besitz von Waffen sei. In sozialen Netzwerken gibt er sich zudem gerne als Profilschnüffler und bereits ein Like für eine konservative CDU-Gruppe oder ein “falscher” Freund reicht aus, damit er den so “Ertappten” in die Nähe von Rechtsradikalen oder Reichsbürgern rücken kann.

Typ 4: Jesus Gandhi

Typ 4 kommt ganz selten vor. Es sind Menschen, die aus tiefer Überzeugung alle Arten von Waffen ablehnen, ohne dass es nur ein Vorwand wie bei Typ 2 oder Typ 3 ist.

—-
Image by ashish choudhary from Pixabay

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Topics: Allgemein, Waffenrecht, Weltverbesserer | 2 Kommentare »

2 Kommentare to “Die vier Typen der Waffengegner”

  1. Katja Triebel meint:
    9.Juni 2019 at 15:33

    Es fehlt Typ 5: Der Machtpolitiker

    Machtpolitiker sehen Waffen als politisches Mittel zur Gewalt. Solange ihre Partei in der Minderheit oder APO ist, taugen Waffen zur “Befreiung des Volks” gegen die Obrigkeit.

    Sobald die Partei selber an der politischen Macht ist, will der Machtpolitiker aus dem gleichen Grund sämtliche Volkswaffen verbieten. Der Partei steht die Waffengewalt des Staates zur Verfügung. Im Volk jedoch sehen diese Machtpolitiker nur potentielle Gegner.

    So hat sich die „Internationale“ 1889 vehement für eine Volksbewaffnung wie in Schweiz als eine der obersten vier Prioritäten eingesetzt. Ihre wichtigsten Vertreter in Deutschland waren August Bebel und Karl Liebknecht, die von SPD und KPD als Gründerväter bezeichnet werden.

    Und die Grünen, deren Spitzenpolitiker in den 60er und 70er Jahren als studentische Revoluzzer dem Kommunistischen Bund Deutschlands angehörten, fanden Volksbewaffnung zur APO-Zeit ebenfalls legitim. “Abrüstung bis hin zur Volksbewaffnung” (Ströbele) lautete eine Devise der Alternativen Liste (AL), als sie 1983 ins Abgeordnetenhaus gewählt wurde.
    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14020646.html

  2. Karl Müller meint:
    9.Juni 2019 at 18:10

    Einspruch Herr Krainz,
    gerade Gandhi hat sich zum Menschen die ihre Familie nicht beschützen können sehr negativ geäußert. Leider hab ich das Zitat nicht zur Hand.
    Dafür fehlt der “Politiker” der mental nie ganz von “DDR” oder Faschismus lassen konnte, sich aber nicht traut diesen Trieb offen auszuleben.

    Vielen Dank für die Anmerkung. “Jesus Gandhi” soll ja nur als Klischee für einen friedfertigen Menschen stehen, keine reale Person beschreiben. 😉

    b. k.

Kommentare