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Welt-Fremd: Noch’n Verbot

Von Benedikt Krainz | 31.März 2018

Screenshot: welt.de

Ein „Macho-Messer-Verbot wäre sinnvoller als jede Islam-Debatte“, findet Peter Huth in der „Welt“.

Besonders kreativ beim gemeinsamen Nachdenken mit seinem Freund, aus welchen Gründen man ein Messer mit sich führt, war er schon mal nicht:

Hier die komplette Liste.

1)

2)

3)

4)

5)

Die Begründung für diese intellektuelle Nullnummer wird auch geliefert:

Sehen Sie – Sie sehen nichts. Es gibt keinen vernünftigen Grund, ein Messer zu tragen. Alle Modelle, die da als „Tactical Messer Mossad II“ oder „Survival Messer“ oder „Bowie Messer“ oder „Schlagring Messer“ im Internet bestellbar, in Waffenläden oder als Schnaps- und Bierbeifang im Kiosk erhältlich sind, sind unnötig.

Mir fallen dagegen schon einige Gründe ein, warum ich täglich legal ein Buck 110 Folding Hunter führe:

1) Weil ich es kann
2) Weil es ein praktisches Werkzeug ist
3) Weil es besser ist, ein Messer dabei zu haben und keines zu brauchen, als umgekehrt
4) Weil ich keine Schusswaffe führen darf
5) Weil es ziemlich unpraktisch wäre, die ganze Zeit einen Polizisten mit sich herumzutragen

Okay, die Punkte 4 und 5 sind vielleicht etwas polemisch, aber wenn ein Journalist eines Leitmediums nicht einen einzigen vernünftigen Grund finden kann, warum man ein Messer braucht, dann ist das mindestens genau so polemisch.

Ansonsten sind die Geschmäcker nun mal verschieden und ob einem ein „Mossad“-, „Survival“- oder „Bowie“-Messer besser gefällt, ist alleine Sache des Erwerbers. „Schlagring“-Messer sind in Deutschland ohnehin verbotene Gegenstände und dürfen nicht besessen werden.

Aber nun folgt die nächste Erkenntnis von Herrn Huth:

Junge Männer sind gefährlichste Spezies der Welt

Die drei einzigen Gruppen, die Messer mit feststehenden Klingen tatsächlich gebrauchen, sind Jäger, Angler und Köche. Sie alle kaufen ihre speziellen Werkzeuge und lachen über die martialischen Varianten, die in erster Linie als Männlichkeitsverlängerer dienen.

Jaja. Männlichkeitsverlängerer schreibe ich ganz bewusst (wenn nicht Ostern wäre, hätte ich einen anderen Begriff benutzt), denn die Besitzer dieser Waffen sind fast ausnahmslos junge Männer. Die, wie schon häufig beschrieben, unabhängig von Herkunft oder Religion, gefährlichste Spezies der Welt.

Jäger, Angler und Köche werden sich kaum einkriegen vor Lachen. Vor allem, wenn man als Jäger, Angler oder Koch schon einmal Ärger wegen dem mitgeführten Jagd-, Angel- oder Kochmesser hatte, weil ein waffenrechtlich nicht sattelfester Polizist meinte, einen Verstoß gegen das Waffengesetz festgestellt zu haben.

Aber der Autor hat es immerhin geschafft, von Jägern, Anglern und Köchen den Bogen zum „Männlichkeitsverlängerer“ zu schlagen. Nun kann man zwar durchaus mittels eines halbwegs scharfen Messers die „Männlichkeit“ deutlich kürzen, in der Fanatsie des Herrn Huth scheint das aber andersherum zu laufen. Wahrscheinlich packt da der „junge Mann, unabhänging von Herkunft oder Religion“ seine Nudel aus, dann das Messer und schwupps, wird aus dem Cornichon eine stattliche Salatgurke. Möglicherweise bin ich auch nur zu doof, um den tieferen Sinn seiner Metapher zu verstehen.

Ist ja auch egal. Nun haben wir ihn, den jungen Mann, der seine Männlichkeit nur durch das Vorhandensein eines Messers, äh, potenziert hat.
Aber es geht dem „jungen Mann“ um noch mehr:

Warum sich diese Kameraden mit Messern ausstatten, ist ganz simpel zu erklären: Mit einem Messer in der Hand fühlt sich der Halbstarke als Komplettstarker oder sogar 1,5-fach-Starker. In den allermeisten Fällen ist das Imponiergehabe und wächst sich raus.

In den meisten Fällen ist es einfach vollkommen unproblematisch, wenn Menschen ein Messer mit sich führen. Wenn das jemals ein grundsätzliches Problem gewesen wäre, dann hätten wir ein paar Millionen weniger Einwohner in Deutschland. Schon die ganzen mit Fahrtenmesser bewaffneten Pfandfindergenerationen, die sich nach der stringenten Logik des Herrn Huth hätten massakrieren müssen, wären wegen ihres messerbedingten Frühablebens nie in der Lage gewesen, sich fortzupflanzen. Und die Frage, ob es vielleicht doch auch an Herkunft oder Religion liegen könnte, traue ich mir aus Gründen der politischen Korrektheit erst gar nicht zu stellen.

Nun hören wir aber wieder jeden Tag von Attacken mit Messern. Das ist nicht neu, das hat sicherlich mit gesteigerter Wahrnehmung zu tun – aber eben auch mit der simplen Tatsache, dass einfach zu viele Leute zu leicht lebensgefährliche Waffen kaufen können.

Ja, da muss man unbedingt etwas dagegen tun. Messer nur noch auf Messerbesitzkarte. Zwei kurze und drei lange Messer müssen als Grundkontigent reichen. Wer meint, mehr Messer zu benötigen, muss diesen zusätzlichen Bedarf durch die Teilnahme an überregionalen Koch- oder Kürbisschnitzwettbewerben nachweisen. So wird das Land endlich wieder sicher.

Zum Ende seines Meinungsartikels folgt ein Ausflug in offenbar unbekanntes Terrain, das Waffengesetz:

2003 wurden die Gesetze verschärft. Seitdem sind Butterflymesser oder Messer an Schlagringen verboten. Aber geben Sie mal „Butterfly“ und „Messer“ im Netz ein! Lieferzeit: wenige Tage. Besitzen, aber nicht tragen (was für eine Unsinns-Einschränkung!), darf man andere Modelle mit feststehender Klinge.

Abgesehen davon, dass ein „Butterflymesser“ nicht gefährlicher als ein 99-Cent-Obstmesser von der Resterampe ist: Man darf auch Klappmesser tragen. Nur dürfen die nicht mit einer Hand zu öffnen zu sein.

Und einmal wenigstens muss ich dem Peter Hutht zustimmen: Ja, was für eine Unsinns-Einschränkung! Als ob es für das Opfer einer Messerattacke einen Unterschied macht, ob einem der Gewaltverbrecher ein verbotenes Butterflymesser, ein mit Führverbot belegtes Einhandmesser oder ein Tomatenmesser aus der Haushaltswarenabteilung von Edeka in die Innereien rammt!

Man sollte diese Art von Messern komplett verbieten! Das würde nicht länger dauern, als beispielsweise die „Ehe für alle“ zu ermöglichen und ist genau so vernünftig. Auch ein wenig Symbolpolitik, klar. Natürlich würde es einen Schwarzmarkt geben, aber der ist eben komplizierter als zwei Klicks im Netz oder ein „Drei Bier und ein Butterfly, bitte“ an der Trinkbude. Und der Handel müsste stärker überprüft und strenger bestraft werden, wenn er trotzdem dreist weiter verkauft.

Klar, verbieten, verbieten, verbieten. Das funktioniert ja auch in anderen Bereichen bestens. Harte Drogen, Kinderpornografie, illegaler Waffenhandel, Raubkopien, Falschgeld – allesamt nicht mehr existent, weil es irgendwann verboten wurde. So, ungefähr…

Was ein noch weiter führendes Messerverbot tatsächlich bewirken würde, auch hierzu fällt unserem Qualitätsjournalisten nichts ein.

Kriminelle halten sich ohnehin nicht daran und führen auch heute schon fleißig Messer, die verboten sind oder einem Führverbot unterliegen. Schlauere Kriminelle führen dann eben z. B. einen Schraubenzieher mit sich. Man ist schließlich unterwegs, um irgendwo irgend etwas zu reparieren. Und niemals würde man einen Schraubenzieher als Stichwaffe einsetzen. Ganz großes Ganoven-Ehrenwort!

Handel und Polizei werden sich über Messerverbote bzw. bürokratische Hürden auch ganz dolle freuen. Schließlich hat man sonst nicht besseres zu tun, als Oma Trudes Messerkauf zu dokumentieren bzw. den korrekten Transport zu kontrollieren und bei einem Verstoß mit der ganzen Härte des Gesetzes darauf reagieren.

Die ganze Härte des Gesetzes, die man gegenüber gewaltbereiten „jungen Männern“ gerne einmal, oder auch ein paar Mal, stecken und sie gleich wieder auf die Menschheit loslässt.

Ein komplettes Verbot der Macho-Messer wäre ein Beweis dafür, dass die Politik Probleme erkennt und handelt. Sicher: Innerparteiliche Debatten über Islam und Hartz IV mögen für die Mitglieder wichtig sein. Unser Land aber bringen sie keinen Meter voran, machen es kein Stück sicherer.

Das Problem sind nicht die Messer. Man kann konsequent alle Messer von den Straßen einsammeln und wegschließen, das wird die Kriminalitätsrate nicht beeinflussen. Das geht nur, wenn man die Kriminellen konsequent von den Straßen einsammelt und wegschließt.

Das bringt uns weiter und macht das Land sicherer.

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Topics: Bürgerkriminalisierung, Dämliche Schlagzeilen, Medien, Volksverdummung, Waffenrecht, Weltverbesserer | 9 Kommentare »

9 Kommentare to “Welt-Fremd: Noch’n Verbot”

  1. Karl Müller meint:
    31.März 2018 at 19:45

    Was für ein Polit-Dummschwätzer! Erstmal muss dieser realitätsfremde Kasper realisieren dass das so kaum durchzusetzen sein wird. Schade halt, wenn die unqualifizierten Dschornalisten mit Parteibuchstütze sich mal wieder unqualifiziert exponieren, aber auch WON zeigt wohin der Hase laufen soll; der Volksentwaffnungshase natürlich.
    Denn über weltanschaulich-religiösen Wahn der nach 1648 hierzulande eigentlich auf den Müllhaufen der Geschichte gehört, darüber wollen solche Merkel-Lakeien nicht diskutieren lassen….

    Und dann, die Schweiz hats vorgemacht, sind rechtssicher auch Waffen-Verbote für Personen bestimmter Herkunft darstellbar. Inclusive zweckmäßiger Kontrollregime.

  2. JÜRGEN meint:
    31.März 2018 at 23:29

    Messer- Mimimi! Herr, lass Hirn vom Himmel regnen! Ich kann dazu einfach nix anders mehr sagen als: VERBIeTET ALLES ! SCHEISSLADEN !

  3. Karl Müller meint:
    1.April 2018 at 08:17

    @ Jürgen, freuen Sie sich doch wie sich der Merkelscherge windet das Kernproblem NICHT zu beschreiben.

  4. Thom Schnell meint:
    1.April 2018 at 15:33

    Eine neue Episode aus der Daily Soap:
    Hat aber alles nix mit nix zu tun!

  5. Felix meint:
    2.April 2018 at 02:24

    Dieser Kommentar ist das Peinlichste und gleichzeitig das Unverschämteste was ich in letzter Zeit gelesen habe. Sie bedienen sich billigster journalistischer Tricks um den Anschein einer qualifizierten Beurteilung eines Sachverhalts zu erwecken, von dem er nicht einen Funken Ahnung zu scheinen haben. Die Aufzählung der aus ihrer Sicht nicht vorhandenen Gründe zum Besitz/Führen eines Messers sind rein subjektiv, Sie ziehen überhaupt nicht in Erwägung, dass eine andere Person -die sich außerhalb Ihres persönlichen Umfeldes bewegt- sehr wohl vernünftige Gründe zum Führen oder zum Besitz eines Messers in bestimmten Situationen haben kann. Es ist das Recht eines jeden volljährigen Bürgers ein feststehendes, einseitig geschliffenes Messer mit einer Klingenlänge von nicht mehr als 12cm, außerhalb von Veranstaltungen in der Öffentlichkeit mit sich zu führen. Ihre lächerliche subjektive Sichtweise soll als Gesetzesgrundlage für ein Verbot von Messern mit feststehender Klinge dienen und gleichzeitig die Beschneidung des Rechts auf die freie Entfaltung des Bürgers vorantreiben.
    Sie zählen ein paar lächerliche martialisch anmutende Messernamen auf, um Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Dabei verzichten Sie auf die Information, dass alle von Ihnen erwähnten Modelle oder Kategorien (abgesehen von den Survival Messern, was auch immer -zum Fick- sie darunter alles verstehen wollen) bereits deutschlandweit einem Führungsverbot unterliegen( Tactical Messer Mossad 2, Bowie Messer, Schlagring Messer) wobei der Besitz eines Schlagringmessers in Deutschland bereits komplett verboten ist!
    Für einen Straftäter ist es völlig unerheblich wie seine Tatwaffe heißt, für ihn ist entscheidend ob sie ihn seinem Ziel näher bringt. Da tut es ein Küchenmesser, Tepichmesser, Schraubenzieher oder Stechbeitel genau so wie ein „Survival Messer“. Ein Krimineller macht das nämlich einfach trotzdem;)
    Er verkauft Drogen, Vergewaltigt, Stiehlt, begrapscht Frauen und Mordet. Er tut das obwohl diese Dinge verboten sind. Und warum tut er das? Weil er einen Fick darauf gibt ob er das darf oder nicht.
    Nicht die Messer sind das Problem, sondern die Täter. Ich gebe Ihnen in einem Punkt recht: Es sind in der Regel junge männliche Personen die für unsere eklatanten Kriminalstatistiken verantwortlich sind. Es ist allerdings anders als sie behaupten ein relativ neues Phänomen, und die Zunahme von Gewalttaten und Vergewaltigungen lässt sich sicher nicht auf eine erhöhte Aufmerksamkeit auf diese Straftaten zurückführen. Ebenso sind Soziale Herkunft, Kulturelle Prägung als auch Religion ebenfalls essentielle Faktoren wenn es darum geht die Tätergruppen zu benennen. Auch die Regelung das bestimmte Messer zwar besessen, aber nicht ohne bestimmten Grund geführt werden dürfen, ist alles andere als Schwachsinn. Jeder Angler, Jeder Sammler, jeder Pfadfinder und jeder Wanderer oder was auch immer, wäre durch ein Verbot extrem in seiner freien Entfaltung und Ausübung seiner Tätigkeit oder seines Hobbys eingeschränkt -und das nur weil eine arrogante Nullnummer mit blindem Reaktionismus und wenn nicht sogar mit einer gehörigen Portion politischer Motivation einfachste Zusammenhänge nicht begreift.
    Wenn Sie wirklich wollen würden, dass unsere Kriminalstatistiken ein optimistischeres Bild der Zukunft unseres Landes zeichnen, dann würden sie vorallem eine konsequente Einhaltung und Durchsetzung unserer Gesetze fordern, und anprangern, dass Vergewaltiger, Mörder und Drogendealer aufgrund dubioser Diagnosen für Psychisch Krank erklärt werden,oder durch absurde Gerichtsurteile mit einer Bewährungsstrafe wieder auf die Gesellschaft losgelassen werden. Sie und dieser Schmierenjournalismus zusammen mit einer verantwortungslosen Politik, vorangetrieben von Unserer Kanzlerin und ihren Kollegen, sind verantwortlich für unsere „nicht neuen“ Probleme, nicht etwa unser Waffengesetz, welches nebenbei bemerkt eines der strengsten der Welt ist. Sie sagen ein Verbot von „Macho Messern“ wäre ein Beweis dafür, dass die Politik Probleme erkenne und handele, allerdings wäre genau das Gegenteil der Fall. Ein zusätzliches Verbot wäre ein weiterer Schritt in Richtung Freiheitsverlust unter dem Deckmantel des Nachkommens des Sicherheitsbedürfnisses unserer Bürger.

  6. Karl Müller meint:
    2.April 2018 at 07:43

    @ Felix,

    zu viel der Mühe!

    Die Vorhaltung auch nur ein Speichellecker der Politik zu sein, der genau weiß was von ihm erwartet wird, hätte als Sachverhaltsbeschreibung vollkommen ausgereicht!

  7. Per meint:
    4.April 2018 at 14:16

    Ja wer kennt dieses ewige Problem mit der Männlichkeitsverlängerung nicht. Auch ich habe diesbezüglich mit Messern schlechte Erfahrungen gemacht. Funktioniert nicht und hat im schlimmsten Fall eher gegenteilige Auswirkungen. Auch ein SUV hilft wenig.
    Dankenswerterweise hat Amazon Abhilfe im Angebot.
    Während dieses Modell: https://tinyurl.com/yd57nkm9 zugegebenermaßen etwas sperrig zum ständigen führen ist, wäre dieses: https://tinyurl.com/y8pzwm4m in der Hinsicht kein Problem. Und daran verletzen kann man sich auch nicht.
    Obwohl… womöglich fällt das Teil bei der Länge von 17cm als Totschläger unter die Rubrik „verbotener Gegenstand“ und wäre damit noch verbotener als ein 13cm langes feststehendes Messer?

  8. Karl Debsche meint:
    19.April 2018 at 09:43

    Keine Waffen töten keine Menschen. Is nicht so schwer zu verstehen, oder?

  9. Karl Müller meint:
    19.April 2018 at 10:02

    @8 Wie belieben?

    Tatmittel werden, grob geschätzt, seit der Aufklärung nicht mehr als handlungsverantwortlich erkannt.

    Das Führen entsprechender Messer ist bereits seit längerem verboten und es gibt wenige Tatmittel die so leicht zu substituieren sind wie die bei scharfer Gewalt. Nur Vollidioten und nicht am tägliche Leben Teilnehmende werden von weiter gehenden Normänderungen einen nachweisbaren Sicherheitsgewinn erwarten.

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