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Anscheinsfakten aus der Mottenkiste

Von Benedikt Krainz | 22.September 2014

Zwar ist mir die Lust am Bloggen in letzter Zeit etwas abhanden gekommen, aber dank des unaufhörlichen Nachschubs an einseitigen, dümmlichen oder diffamierenden bzw. einseitigen, dümmlichen und diffamierenden Zeitungsartikeln fühlt man sich dann doch wieder genötigt, ab und an in die Tasten zu hauen.

Heute ist wieder so ein Tag, den man besser nicht mit Zeitung lesen am Frühstückstisch begonnen hätte. Dabei klingt die Überschrift doch gar nicht so schlecht:

Zahl privater Waffen in Sachsen steigt“ steht da in der „Sächsischen Zeitung“ auf Seite 6.
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Wenn aber ein Artikel in der Sächsischen Zeitung steht, bei dem vor oder nach der Meldung die drei magischen Buchstaben „dpa“ erscheinen, dann muss man mit dem Schlimmsten rechnen – und wird nicht enttäuscht.

Schon die Einleitung ist äußerst *hüstel* neutral und sachlich formuliert:

Im Freistaat gibt es immer mehr Waffennarren.

Wumm! Da weiß der geneigte Leser schon mal, wohin die Reise geht.

Der folgende Absatz scheint dann nicht so recht ins Weltbild mancher Journalisten zu passen:

Gegenüber dem Jahresanfang 2013 stieg die Zahl registrierter Schusswaffen in Sachsen bis Ende August um über 6.000. Wie das sächsische Innenministerium mitteilte, waren zu diesem Zeitpunkt 26.487 Menschen im Besitz von 137.431 Schusswaffen.

Deshalb musst man die Meldung natürlich gleich durchs Garnieren mit ein paar Anscheinsfakten aus der „Zeit“-Mottenkiste aufhübschen:

Nach einer Erhebung der Wochenzeitung Zeit vom Januar gibt es die meisten Einträge mit 186 je 1.000 Einwohner im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, die wenigsten in Berlin mit 13. Im Freistaat finden sich die meisten Waffen mit 54 je 1.000 Einwohner im Landkreis Nordsachsen, die wenigsten in Leipzig mit 14. Trotz des Anstiegs der Gesamtzahlen in Sachsen ging die Zahl der Kontrollen in den vergangenen Jahren deutlich zurück, von über 2.000 in 2011 auf nur noch gut 500 im vergangenen Jahr. Durch legal angemeldete Waffen kamen 2013 nach Recherchen der Zeit bundesweit 27 Menschen ums Leben, insgesamt waren es 54 Todesfälle durch Waffengewalt.

Mein Leserbrief ging postwendend an die SZ-Redaktion.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum wiederholten Male verbreitet die Sächsische Zeitung scheinbar völlig ungeprüft Hetze gegen Jäger, Sportschützen und Waffensammler, die auf „DPA“-Mist gewachsen ist.

Schon die Einleitung „im Freistaat gibt es immer mehr Waffennarren“ ist diffamierende Demagogie und kein seriöser Journalismus, den ich
von „meiner“ Zeitung mit immerhin 300 Euro Jahresabopreis verlangen darf.

Oder meint der verantwortliche Redakteur etwa, dass man ein „Narr“ sein muss, wenn man den beschwerlichen, langen und teuren legalen Weg
zum Waffenbesitz wählt, anstatt sich schnell, einfach und ohne ständige Behördenschnüffelei eine illegale Kanone zuzulegen? Sicher
nicht.

Man bedient sich bei der „Zeit“ und schreibt, dass „…bundesweit 27 Menschen durch legale Waffen ums Leben kamen bei insgesamt 54
Todesfällen durch Waffengewalt“. Dem Leser wird aber vorenthalten, dass es sich bei den 27 Fällen in erster Linie um Suizide und Jagdunfälle und eben nicht um Gewaltdelikte gegen Dritte handelt. Durch den Vergleich von Äpfeln und
Glühbirnen entsteht beim unbedarften Leser aber der Eindruck, dass legale Waffen für die Hälfte der Tötungsdelikte mit Tatmittel
„Schusswaffe“ verantwortlich zeichnen.

Legal besessene Schusswaffen sind deliktisch nahezu irrelevant, Jäger und Sportschützen treten entgegen der medialen
Sensationsberichterstattung mit ihren sorgsam gepflegten Klischees eher selten als Täter in Erscheinung.

Die Halb- und Unwahrheiten im betreffenden „Zeit“-Artikel wurde bereits kurz nach seinem Erscheinen im Januar aufgedeckt bzw.
widerlegt. Schade, dass das scheinbar kein seriöses Medium daran hindert, trotzdem weiterhin fleißig daraus zu zitieren und somit
Desinformation im Sinne der Waffenverbots- und Volksentwaffnungslobby zu betreiben.

Bitte lassen Sie in Zukunft wieder mehr Sorgfalt walten und versorgen Sie ihre Leser mit Fakten und nicht mit pseudoinvestigativen
Latrinenparolen fragwürdiger Herkunft.

Mit freundlichen Grüßen

Benedikt Krainz

Artikel zur „dpa“ von meinem Weblog:

http://meinungsterror.de/?p=587

Zum „Zeit“-Artikel:

http://meinungsterror.de/?p=579

bzw.

http://meinungsterror.de/?p=581

Mal gucken, ob er es in eine der nächsten Ausgaben schafft…

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Topics: Falschbehauptungen, Lug und Trug, Medien, Volksverdummung, Waffenrecht | 2 Kommentare »

2 Kommentare to “Anscheinsfakten aus der Mottenkiste”

  1. Der Bayer meint:
    22.September 2014 at 17:36

    Besser als unser beredter Bene kann es keiner in Worte fassen! Chapeau!

  2. JanCux meint:
    23.September 2014 at 20:06

    Willkommen zurück, Benedikt. Hab schon befürchtet eine „Säuberungswelle“ gewisser „Kreise“ hat dich lahmgelegt 😉

    Ich glaube kaum das ein Reporter eines Provinzblatt soviel Hirn hat deinen Leserbrief nur im Ansatz zu verstehen. Der IQ dieser Schreiberlinge reicht doch nur zu Copy&Paste, aber nicht zum selbstständigen Denken! Dazu fällt mir nur Theo Lingen aus dem Film „Die Feuerzangenbowle“ ein : traurig, traurig, traurig…

Kommentare