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Das aktuelle Zitat:

"Richtig glücklich ist ein Grüner erst, wenn er anderen etwas verbieten kann."

Wiglaf Droste

 


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(ab 2011/01/27)

Hoffnung: „Grün“ sein möglicherweise bald heilbar!

Von Benedikt Krainz | 12.Juni 2017

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat auf ihrer letzten Hauptversammlung beschlossen, eine Mitgliedschaft in der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ als eigenständiges Krankheitsbild (ICD-10 F26/F74) anzuerkennen. Somit können entsprechende Therapien entwickelt und den Betroffenen möglichst schnell geholfen werden.

Experten sprechen im Zusammenhang mit den Wortmeldungen Grüner Funktionäre von „Grüntourette“ (Morbus Neojacobinus). Im Gegensatz zum klassischen Tourette mit koprolalen Tics, bei dem die Betroffenen häufig „Scheiße!“ sagen, bezieht sich die Scheiße bei den Grünen überwiegend auf die Inhalte ihrer zwanghaften Lautäußerungen.

Vor allem geistig Gesunde leiden sehr unter den Auswirkungen von Grüntourette. Insbesondere Autofahrer, aber auch Landwirte, Jäger, Pauschaltouristen, Menschgemachterklimawandelanzweifler, Motorradfahrer, Heizpilzbesitzer, Fleischesser, Sportschützen, Heterosexuelle, Normalverdiener, Nichtsozialeskonstrukt-Frauen und Nichtsozialeskonstrukt-Männer müssen immer wieder befürchten, Opfer der Krankheitsschübe der von Grüntourette Befallenen zu werden.

Glücklicherweise lässt sich Grüntourette relativ einfach diagnostizieren: Symptomatisch für Grüntourette sind extrem realitätsferne Forderungen zur Lösung von Problemen, die meistens ausschließlich in der Fantasie der Grüntourette-Erkrankten existieren. Auch die häufige Verwendung von Phrasen wie „niemand braucht…“ bzw. „wir fordern ein Verbot von…“ erleichtern die Diagnose, genau wie der pathologisch erhobene Zeigefinger. Ein weiterer Indikator ist das dringende Bedürfnis der Betroffenen, sich wie wild an Stellen zu kratzen, von denen sie der Meinung sind, dass es andere dort gefälligst zu jucken hätte.

Hoffnungsvoller Therapieansatz

Ein von der WHO eingesetztes Team hochkarätiger Psychiater, Psychologen und Psychoanlaytiker hat bereits begonnen, mögliche Therapien zu entwickeln, um Grüntourette-Erkrankte zu heilen oder den Betroffenen wenigstens ein Mindestmaß an Vernunft zurückzugeben. Den vielversprechendsten Ansatz sehen die WHO-Experten dabei in einer Grünen-Landversendung der zumeist großstädtisch geprägten Patientengruppe. Große Hoffnungen setzt man dabei auf Zielregionen, die möglichst viele der folgenden Eigenschaften aufweisen:

• dünne Besiedelung
• lange Fahrtzeiten mit ÖPV zum nächst größeren Ort
• keine Bahnanbindung
• schlechte Mobilfunkabdeckung
• max. 384 kBit Internetbandbreite
• bergiges Terrain
• Windkraftanlage in Sicht- und Hörweite
• Asylbewerberheim in unmittelbarer Nachbarschaft
• seltene Polizeipräsenz
• glyphosatfreier Biobauernhof zur Unkrautzupftherapie

Wie der Projektleiter, Prof. Strainborm vom Institut für geistige Gesundheit, mitteilte, sind in zwei Versuchsregionen im Westerwald und der Lausitz erste Tests erfolgreich verlaufen. Strainborm: „Bereits nach wenigen Tagen kehrte bei den meisten Patienten der Realitätssinn ganz oder wenigstens teilweise zurück. Es scheint so, als dass schon eine Konfrontation mit der Natur bei vielen, die sich selbst als „Naturschützer“ sehen, einen heilsamen Schock ausgelöst hat. Auch die Wertschätzung des Individualverkehrs per Personenkraftwagen stieg mit jedem beim Busausstieg geplatzen Einkaufsbeutel exponentiell im Verhältnis zum noch zu bewältigenden Nachhauseweg an.“

Allerdings wird der Optimus etwas getrübt. Zwar sieht Strainborm für die meisten Grüntourette-Patienten gute Heilungschancen, aber es gibt auch eine Ausnahme. Strainborm: „Einige Patienten haben sich leider als resistent gegen Vernunft erwiesen. Hier handelt es sich ausnahmslos um Betroffene, die eine durchgängige Karriere abseits einer Beschäftigung in der Privatwirtschaft vorweisen. Schule, Studium, Parteikarriere, immer auf Kosten des Steuerzahlers, keinen Tag wertschöpferisch tätig. Nach ein paar Jahren ist das, was man gemeinhin als ‚gesunden Menschenverstand‘ bezeichnet, dauerhaft und irreparabel geschädigt. Es setzt sich eine teuflische Abwärtsspirale in Gang, die oft erst an der Parteispitze endet.“

Als Gradmesser für die fortschreitende Grüntourettisierung der Gesellschaft sieht Strainborm die Bundestagswahl im September an. „Spätestens am Wahlabend werden wir wissen, ob wir von einer Epidemie ausgehen müssen oder ob die Ausbreitung der Krankheit gestoppt ist. Vielleicht können wir uns gar über stark sinkende Fallzahlen freuen. Es wird spannend, aber wir sind guter Hoffnung.“

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Themen: Parteien, Satire | 2 Kommentare »

Nützliche Idioten

Von Benedikt Krainz | 21.April 2017

Ein bayerischer Bezirksschützenmeister hat auch im Jahr 2017 den Schuss noch nicht gehört und zieht mit dümmlichen Aussagen zu dynamischen Schießsportdisziplinen andere Sportschützen in den Dreck.

So gesehen am 20. April in der BR-Sendung „quer„.

Zu diesem, pardon, Deppen will ich mich nicht weiter äußern. Wer IPSC-Schießen mit Häuserkampf gleichsetzt, der hat von beidem nicht den blassesten Schimmer. So jemand sollte einfach mal die Fresse halten oder sich zu Schießsportdisziplinen äußern, von denen er etwas versteht.

Zwei Dinge sind aber viel bemerkenswerter:

Erstens:

Wie kommt der Bayerische Rundfunk überhaupt dazu, so einem Kasper eine Bühne für seine, das gesamte deutsche Schützenwesen ruf- und den BSSB verbandsschädigende, Aussagen zu geben?

Die wohlwollendste Variante ist, dass man bei „quer“ eine Reportage über Luftgewehrschießen beim Bezirksschützenmeister drehen wollte, das Ganze schlichtweg aber soooooo langweilig war, dass man irgendwie IPSC ins Spiel gebracht und damit den Beitrag aufgepeppt hat.

Die weniger wohlwollende Version ist, dass hier gezielt versucht wurde, andere Sportler bzw. deren Sport gezielt zu diskreditieren oder zumindest als moralisch fragwürdig darzustellen. Der Herr Bezirksschützenmeister hat jedenfalls nichts getan, um diesen Eindruck abzuwenden. Statt dessen hat er den „nützlichen Idioten“ gegeben und den Waffenverbotsanhängern hierzulande O-Töne geliefert, die von geneigter Seite noch in zehn Jahren als „Argument“ gegen den Schießsport ins Feld geführt werden.

Zweitens:

„quer“ hat die diffamierenden Äußerungen des Druckluftfetischisten nicht einfach im Raum stehen lassen, sondern dankenswerter Weise Oliver Huber von der GRA Gelegenheit zur Erwiderung geboten. Zudem, und das dürfte bis dato im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einmalig sein, hat man tatsächlich die alte Leier von den „amerikanischen Verhältnissen“ durch Fakten widerlegt. Mehr Waffen, weniger Morde.

Es war auf jeden Fall eine bemerkenswerte Sendung. Immerhin kommt es nicht oft vor, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender zu einem Thema mit Waffenbezug Fakten liefert und ausgerechnet ein Schützenverbandsfunktionär den Part mit den dümmlichen Latrinenparolen übernimmt. Bisher war es immer umgekehrt.

Link zur Sendung

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Themen: Medien, Nützliche Idioten | 5 Kommentare »

Größenwahn total: Kreativstatistiker fordert Minister-Rücktritt

Von Benedikt Krainz | 17.März 2017

Selbst mit „Winnenden“: Tatmittel „Legalwaffe“ deliktisch nahezu irrelevant
(Archiv)

Irgendwie kann er einem schon leid tun, der Roman Grafe. Trotz jahrelanger Gift- und Galle-Agitation gegen Sportschützen hat sich nun auch das EU-Parlament erdreistet, seine feuchten Sportschützenentwaffnungsträume nicht vollumfänglich in die Realität umzusetzen.

Aber Grafe wäre nicht Grafe, wenn das für ihn nicht Ansporn wäre, noch eine Schippe draufzulegen und seinen Verbaldaueramoklauf fortzusetzen.

Gleich zwei Pamphlete hat er in kürzester Zeit veröffentlicht und, zumindest mit n-tv, auch einen dankbaren Abnehmer gefunden, der seine paranoiden Wahnvorstellungen von der angeblichen Gefährdung durch Sportwaffen und die böse Waffenlobby weiter verbreitet hat.

Abgesehen von einem Angriff auf den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann mitsamt einer von Größenwahn zeugenden Rücktrittsforderung liefert Grafe aber nichts neues. Nur alten Wein in noch älteren Schläuchen, sein von selektiver Wahrnehmung geprägter Blick auf das, was er für die Wirklichkeit hält. Erfurt und natürlich Winnenden, dazu noch, wegen der vielen Opfer, Utøya. Penibel werden die paar Fälle herausgepickt und und für die eigene Propagandamaschinerie ausgeschlachtet, die man auch nur irgendwie mit Sportschützen bzw. Waffen von Sportschützen in Verbindung bringen kann. So kommt man dann mit Ach und Krach und Dank großer Kreativität in der Art der statistischen Erhebung auf „mindestens 240 Sportwaffen-Opfer seit 1990 in Deutschland“.

Selbstredend, dass man zwar mit diesen angeblich 240 Sportwaffen-Opfern haussieren geht, aber niemals erwähnt, wie viele Tötungsdelikte sich denn in diesem Zeitraum hierzulande sonst noch ereignet haben. Wikipedia listet allein für den Zeitraum von 1993 – 2014 80.885 Tötungsdelikte° auf. Von denen 80.645, also 99,7 %, Herrn Grafe und seiner „Initiative“ vollkommen schnuppe sind.

Den Massenmord von „Berlin“ und vor allem den von „Nizza“ ignoriert man aus nachvollziehbaren Gründen. Mehr Tote in viel kürzerer Zeit als auf „Utøya“, hunderte zum Teil Schwerstverletzte, dazu kein besonders gefährliches „halbautomatisches Sturmgewehr“ als Tatwaffe, sondern ein hundsgewöhnlicher Miet-LKW. Ziemlich blöd gelaufen für die dünnen Argumentationskette des hauptberuflichen Sportschützen-Stalkers und Möchtegern-Entwaffners.

Profi am Werk

Immerhin, er versteht sein Handwerk. Während man die Standpunkte der bösen Waffenlobbyisten bestenfalls auf ihren einschlägigen Webseiten und in den Kommentarbereichen der Online-Medien nachlesen kann, verfügt die Schimäre „Initiative Keine Mordwaffen als Sportwaffen“ über eine ausgezeichnete Medienpräsenz. Beim Leser bzw. Zuschauer wird regelmäßig der Eindruck erweckt, diese „Initiative“ sei eine Massenorganisation, die selbstverständlich die Mehrheitsmeinung im Lande für sich beansprucht.

Dabei existiert diese „Initiative“ fast nur virtuell. Eine Homepage mit ein paar Namen von Unterstützern, ein paar als „Hintergründe“ mogeletikettierte, substanzlose Dokumente mit aneinandergereihten Halb- und Unwahrheiten , ein Rechtsanwalt als Kontaktadresse – fertig. Bei genauerem Hinsehen ist es aber mehr oder weniger eine Ein-Mann-Selbstvermarktungsorganisation des Sprechers dieser Initiative. Andere Namen und Gesichter? Bestenfalls schmückendes Beiwerk. Doch es reicht, damit ihm die Qualitätsmedien auf den Leim gehen.

Letztendlich muss man ihm aber unendlich dankbar sein. Ohne seine stetige, unsachliche Hetze und seine unaufhörlichen Diffamierungsversuche hätten viel weniger Waffenbesitzer die Arschbacken zusammengekniffen und sich in Organisationen wie der GRA oder FU organisiert. Es ist nicht zuletzt sein Verdienst, dass die „Waffenlobby“ von Jahr zu Jahr mehr an Substanz und Gestalt und somit auch an politischem Gewicht und Einfluss gewonnen hat. Ein Potzenzial von zwei Millionen Waffenbesitzern, die etwas zu verlieren haben und deshalb mit Herzblut kämpfen. Gegen eine paar scheinheilige Doppelmoralisten, die überwiegend Tätigkeiten ohne jegliche Verantwortung für Dritte nachgehen und die deshalb meinen, auch ihnen unbekannten Menschen jedes Verantwortungsbewusstsein absprechen zu müssen.

Von daher kann man eigentlich nur hoffen, dass er weiterhin so fleißig Hasskommentare und Fakenews über die Sportschützen verbreitet und seine Giftpfeile abschießt, die tatsächlich als Dünger und Wachstumsbeschleuniger der Waffenlobby Wirkung erzielen.

° Nachtrag: Wie im verlinkten Wikipedia-Artikel ersichtlich, handelt es sich bei den aufgelisteten Tötungsdelikten auch um Versuche. Die Anzahl der vollendeten Tötungsdelikte liegt bei knapp der Hälfte, also „nur“ ca. 40.000 Tote, von denen dann 99,4% nicht mit Sportwaffen getötet wurden.

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Themen: Waffenrecht, Weltverbesserer | 5 Kommentare »

Postfaktisch: Mäurer und die Selbstlader

Von Benedikt Krainz | 10.Januar 2017

Endlich geschafft!

Der Stadtstaat Bremen hat seine Hausaufgaben gemacht. Kriminellen Familienclans hat man das Handwerk gelegt, das Bildungsniveau der Schüler hat den Vorsprung der Bayern und Sachsen fast wett gemacht. Recht und Gesetz werden konsequent zur Anwendung gebracht und die Kriminalitätsrate sinkt rapide. Genau so, wie die Neuverschuldung und die Höhe der erhaltenen Gelder aus dem Länderfinanzausgleich.

Jetzt kann man sich endlich wieder den wirklich wichtigen und drängenden Themen zuwenden, die eine rot-grüne Landesregierung für gewöhnlich umtreiben. Neben der Planung von Radwegen und Unisextoiletten sind das für gewöhnlich Waffenrechtsverschärfungen:

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) startet im Bundesrat eine Initiative für die Verschärfung des Waffenrechts: Er will kriegswaffenähnliche halbautomatische Sturmgewehre für die Jagd oder den Sport verbieten. „Je weniger solche Waffen im Umlauf sind, desto geringer ist auch die Gefahr des Missbrauchs“, erklärte Mäurer am Dienstag. „Solche Gewehre sind weder für die Jagd noch für den Sport notwendig.“

„Kriegswaffenähnliche halbautomatische Sturmgewehre“.

Ein „halbautomatisches Sturmgewehr“ ist wie eine lebendige Leiche oder ein schwarzer Schimmel, ein Widerspruch in sich. Was die „Kriegswaffenählichkeit“ betrifft, so ist dies auch ein äußerst dehnbarer Begriff, mit dem sich alles verbieten lässt.

Abgesehen von der für Kriegswaffen typische Eigenschaft, Dauerfeuer zu schießen, sind alle anderen Weiterentwicklungen der letzten Jahrzehnte der besseren Ergonomie und vereinfachter Handhabung geschuldet. Ob das unempfindliche Materialien und Oberflächen, einstellbare Schulterstützen, Pistolengriffe, entnehmbare Magazine oder Mündungsfeuerdämpfer sind. Das sind Eigenschaften, die das Soldatenleben genau so wie das Schützenleben oder Jägerleben erleichtern. Zumindest so lange, wie Soldaten und Zivilisten über die gleiche Anatomie verfügen.

„Ihre besondere Gefährlichkeit folgt daraus, dass sie nach Abgabe eines Schusses selbsttätig innerhalb kürzester Zeit wieder schussbereit werden“, erklärte Bremens Innensenator und wies darauf hin, dass bei mehreren Amoktaten in den vergangenen Jahren in den USA oder auch auf der Insel Utoya in Norwegen, genau diese Art von Waffen zum Einsatz kamen.

Das sind natürlich Argumente. Man stelle sich einmal vor, der Attentäter von Nizza hätte keinen LKW zur Verfügung gehabt, sondern so ein kriegswaffenähnliches, halbautomatisches Sturmgewehr eines Sportschützen. Kaum auszudenken, was da hätte passieren können. So blieb die Opferzahl nach wenigen Minuten Amokfahrt mit lediglich 86 Toten und mehr als 400 Verletzen sehr übersichtlich. Im Gegensatz zum Attentat von Utoya, wo nach anderthalb Stunden Schießerei nur wegen der schnellen Schussfolge des verwendeten Halbautomaten 69 Opfer zu beklagen waren.

Er persönlich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und nicht nur die kriegswaffenähnlichen, sondern auch alle halbautomatischen Gewehre für den Sport- und Jagdbereich verbieten, betonte Mäurer. Doch dies sei derzeit politisch im Bundesrat nicht mehrheitsfähig, so seine Einschätzung. Doch schon mit einem Verbot der kriegswaffenähnlichen Langwaffen wäre man einen erheblichen Schritt weiter.

Genau, man muss eben Prioritäten setzen. Mäurers vollumfänglicher Glückseligkeit stehen nur die Bürger mit registrierten Selbstladebüchsen im Weg, alles andere ist längst paletti. Kein Grund, sich Sorgen zu machen oder gar politisch dort aktiv zu werden, wo es weh tun könnte. Und wo man sich des Beifalls anderer abgehobener Weltverbesserer und Doppelmoralisten nicht so sicher sein kann, wie bei geplanten Waffenrechtsverschärfungen zu Lasten der Ehrlichen und Rechtstreuen.

Vielleicht winkt aber auch nur ein warmes Plätzchen innerhalb der EU-Nomenklatura, wenn man als unfähiger Innensenator einer zu Grunde gerichteten, ehedem stolzen Hansestadt im Bundesrat plötzlich genau jene Waffenrechtsverschärfungen einbringt, die gerade in Brüssel grandios zu scheitern drohen.

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Themen: Bürgerkriminalisierung, Lug und Trug, Parteien, Volksverdummung, Waffenrecht, Weltverbesserer | 8 Kommentare »

Ein zynischer Rückblick auf 2016

Von Benedikt Krainz | 27.Dezember 2016

Köln
Das abgelaufene Jahr begann mit einem Aufreger. Die Vorfälle von Köln befeuerten die Nachfrage nach freien Selbstverteidigungsmitteln wie Abwehrsprays und Schreckschusswaffen, die Behörden wurden von einer Antragsflut nach dem Kleinen Waffenschein überschwemmt. Natürlich waren Köln und die Folgen Thema vieler Zeitungsartikel, Fernsehberichte und Talkshows. Es wurde relativiert, was das Zeug hält und dem unmündigen Untertan erklärt, dass die Polizei für seine Sicherheit sorge und man auf Selbstverteidigung verzichten und die Abwehr der ohnehin nicht vorhandenen Gefährdung der „Inneren Sicherheit“ gefälligst den Profis überlassen solle.

The same procedure as every year
Die Jahrestage von „Erfurt“ und „Winnenden“ wurde wieder für das alljährliche Sportschützenbashing instrumentalisiert. Aufgrund der seit Jahren anhaltenden teutonischen Amoklaufflaute mittlerweile mit dem regelmäßigen Verweis auf „Utoya“ versehen, schließlich lassen sich nach Ansicht von linksgrünen Hypermoralisten 77 Todesopfer nur unter Verwendung einer legal erworbenen Selbstladewaffe erzielen.

Orlando
Auch der Massenmord von Orlando im Nachtclub „Pulse“ mit 49 Toten und 53 Verletzten war Wasser auf die Mühlen der Waffenverbieter. Betont wurde, dass der Täter das Sturmgewehr vom Typ AR-15 legal erworben habe. Der Versuch von Präsident Obama, im Nachgang endlich seinen Traum von schärferen Waffengesetzen erfüllen und das von US-Demokraten und Gungrabbern gleichermaßen zum Mordinstrument Nummer eins hochstilisierte AR-15 verbieten zu können, zerschellte an der Realität. Das vermeintliche „Sturmgewehr AR-15“ entpuppte sich bei genauem Hinsehen als halbautomatisches Sig Sauer MCX. Außerdem wurde einmal mehr eine per Gesetz waffenfreie Zone zur tödlichen Falle für rechtstreue Bürger. Alle Pulse-Besucher hielten sich an das in Florida geltende Gesetz, wonach man in Bars mit Alkoholausschank keine Waffe führen darf und waren somit wehrlos dem Täter, der sich selbstverständlich nicht ans Gesetz hielt, ausgeliefert.

Nizza
Zum herben Rückschlag, wenn nicht gar zum Super-GAU der vereinigten Waffenbesitzverbieter, entwickelte sich die Terrorattacke am 14. Juli in Nizza. 86 Menschen, die auf der Strandpromenade den französischen Nationalfeiertag begingen, starben. Mehr als 300 wurden zum Teil schwer verletzt. Doch dieses Mal hatte der Attentäter nicht eine Schusswaffe, sondern einen LKW als Tatmittel, unproblematisch und völlig legal gemietet, verwendet. Und für eine Weile verstummten sogar die selbst ernannten „Experten“, die noch wenige Wochen zuvor lautstark bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein Verbot von halbautomatischen Jagd- oder Sportwaffen forderten, weil ausschließlich damit in kurzer Zeit viele Menschen ermordet werden könnten.

Würzburg
Keine Schusswaffe benötigte auch ein sog. „unbegleiteter Flüchtling“, der am 18. Juli in einer Regionalbahn bei Würzburg den wahrscheinlich ersten halbwegs erfolgreichen Terroranschlag des IS in Deutschland verübte. Eine handelsübliche Axt für wenige Euro und ein Messer reichten aus, um vier Menschen schwer zu verletzten. Seine unbewaffneten Mitreisenden waren nicht in der Lage, den Täter zu stoppen. Er wurde auf der Flucht von einem zufällig (?) in der Nähe befindlichen Spezialeinsatzkommando der bayerischen Polizei erschossen.

München
Wenige Tage später geriet dann München als Tatort eines Amoklaufes in die Schlagzeilen. Wieder einmal offenbarte sich das Waffengesetz als absolut ungeeignetes Instrument, um Kriminalität oder gar Amokläufe zu verhindern. Weder Altersgrenzen noch Aufbewahrungsvorschriften, weder fehlendes Bedürfnis noch fehlende Erwerbserlaubnis hinderten einen 18-Jährigen daran, eine großkalibrige Schusswaffe und hunderte Patronen illegal von einem Waffenschieber über das Darknet zu erwerben. Neben der Bereitschaft, geltendes Recht zu ignorieren waren nur eine Internetverbindung und ein vierstelliger Eurobetrag erforderlich. Neun Menschen fanden den Tod.

Ansbach
Aufmerksame Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes verhinderten nur zwei Tage später in Ansbach die nächste Katastrophe: Bei einem Selbstmordattentat starb nur der Rucksackbomber, ein abgelehnter Asylbewerber aus Syrien, dessen Abschiebung ein Jahr zuvor nicht zuletzt durch das Eingreifen eines Bundestagsabgeordneten der Linkspartei verhindert wurde. 15 Personen wurden verletzt. Auch hier verhinderte kein Gesetz die Tat, die Bombe war aus frei erhältlichen Komponenten zusammengebastelt, entsprechende Anleitungen finden sich zuhauf im Internet.

Ludwigshafen
Die Besucher eines Weihnachtsmarktes in Ludwigshafen konnten ebenfalls von Glück reden, dass die von einem Zwölfjährigen (!) deponierten, selbst gebastelten Sprengsätze nicht explodierten. Auch hier haben nicht Gesetze eine Tragödie verhindert, sondern nur die Unfähigkeit des Möchtegern-Täters. Dem Täter dürften andere Gesetze allerdings zu passe kommen, schließlich ist er als Zwölfjähriger noch noch nicht strafmündig.

Berlin
Weniger Glück hatten dagegen die Besucher des Weihnachtsmarktes an der Berliner Gedächtniskirche. Ein Dutzend Menschen bezahlten die Unfähigkeit des Staatsapparates, geltendes Recht umzusetzen oder wenigstens Lehren aus den Anschlägen in Nizza zu ziehen, mit dem Leben. Während man Jahre und hunderte Millionen Euro dafür verplemperte, das „Nationale Waffenregister“ aufzubauen, um die deliktisch nahezu irrelevanten, legal besessenen Schusswaffen doppelt und dreifach kontrollieren und überwachen zu können, sah man sich außer Stande, ein eben solches Register für illegal einreisende Personen oder wenigstens für die Kriminellen darunter einzurichten.

Nicht nur die besonders gegängelten Waffenbesitzer, deren Erwerbserlaubnis schon beim kleinsten Zweifel an ihrer persönlichen Eignung oder Zuverlässigkeit in Gefahr ist, reiben sich verwundert die Augen, was man sich hierzulande dagegen als krimineller, ausreisepflichtiger und als Gefährder eingestufter und überwachter Dschihadist erlauben kann, ohne dass dies auch nur geringste Konsequenzen nach sich zieht.

Nicht Gesetze und Behörden haben schlimmeres verhindert, sondern Łukasz Urban.

Fazit
Kein versuchtes oder geglücktes Massaker, egal ob in Deutschland, Frankreich oder Belgien, wurde durch die geltenden Gesetze verhindert. Und keines davon wäre verhindert worden, selbst wenn die von der EU-Kommission eingebrachten Verschärfungen der Waffengesetze unverändert durch Rat und Parlament gegangen wären.

Der Etikettenschwindel der EU-Kommission ist aufgeflogen, Juncker hat sich am Widerstand vor allem der freiheitsliebenden osteuropäischen Länder eine blutige Nase geholt, während die deutsche Regierung einer Gesetzesverschärfung durch die Hintertür gegenüber wohl sehr zugetan war. Schließlich kann man unpopuläre Maßnahmen dann auf Brüssel schieben und die Hände in Unschuld waschen.

So gesehen, war das Beste am zu Ende gehenden Jahr 2016 der enge Schulterschluss der europäischen Waffenbesitzer, die Entstehung einer gut vernetzten und in den jeweiligen Nationalstaaten tief verwurzelten europäischen Waffenlobby.

Ausblick
Das Beste wird aber erst in 2017 kommen, falls die Nordkoreanisierung Deutschlands so weit voranschreitet und tatsächlich eine staatliche Stelle darüber wachen wird, ob eine Nachricht „wahr“ oder „unwahr“ ist. Immerhin muss der Waffenlobby davor am wenigsten Bange sein, schließlich ist man es gewohnt, mit Fakten und belegbaren Angaben zu hantieren, das wird auch ein „Wahrheitsministerium“ anerkennen müssen.

Auf die Gegner privaten Waffenbesitzes dürften dagegen harte Zeiten zukommen, wenn ihre Verlautbarungen plötzlich auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft werden und ihre Fakenews im Filter hängen bleiben…

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Themen: Bürgerkriminalisierung, Falschbehauptungen, Lug und Trug | 10 Kommentare »

Grüne im Kreis Bautzen positionieren sich gegen Jäger und Sportschützen

Von Benedikt Krainz | 5.Dezember 2016

Screenshot SZ Online

Screenshot SZ Online


Wenn man dachte, dass die „Grünen“ nur auf Bundes- bzw. Landesebene ihrer ideologisch motivierten Anti-Waffen-Agenda folgen, auf kommunaler Ebene aber etwas mehr Realitätssinn walten lassen, dann hat sich diese Hoffnung leider schnell zerschlagen.

Auch im Landkreis Bautzen hat man als Grüner scheinbar sonst keine Probleme, als die Kreisverwaltung hinsichtlich der Anzahl von Waffenbesitzern bzw. registrierten Schusswaffen zu löchern, um im Kontext mit der relativ überschaubaren Anzahl von Kontrollen eine kleines Skandälchen herbei zu hysterisieren.

Die „Sächsische Zeitung“ berichtet in der Lokalausgabe Kamenz vom 05.12.2016:

Denn die jährlichen Vor-Ort-Kontrollen lassen sich jeweils meist an einer Hand abzählen. Im vergangenen Jahr waren es immerhin acht Kontrollen – das ist dann sogar eine mehr als in den drei Jahren zuvor zusammenaddiert.

Für den Kreischef der Grünen, Jens Bitzka, ist das ein unhaltbarer Zustand. „Jede Imbissbude wird einmal im Jahr überprüft. Ein Waffenbesitzer müsste statistisch gesehen nur alle 316 Jahre mit einem Besuch rechnen“, sagt Jens Bitzka. „Wir wollen niemanden unter Generalverdacht stellen. Aber es gibt überall schwarze Schafe. Es ist nicht auszudenken, was passiert, wenn Waffen in falsche Hände geraten.“ Der Politiker fordert mehr unangemeldete Kontrollen – auch, indem das Personal beim dafür zuständigen Landratsamt aufgestockt wird.

Wirklich skandalöse Zustände, wo es im Landkreis Bautzen doch nahezu täglich durch Jäger und Sportschützen zu wüsten Schießereien und kriminellen Taten mit ihren registrierten Waffen kommt…

Mein Leserbrief ging jedenfalls postwenden an die zuständige Redaktion:

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Kositz,

mittlerweile hat neben Ostern, Weihnachten und Silvester auch der jährliche „die-Grünen-diffamieren-Waffenbesitzer“-Tag einen festen Platz im Kalender.

Regelmäßig darf man in der SZ darüber lesen, dass die „Grünen“ bei der Landesregierung die Anzahl der Kontrollen bei Besitzern registrierter Waffen abfragen, nun erfolgen solche Anfragen also auch auf Kreisebene.

Genau so regelmäßig erscheint dann ein entsprechender Artikel mit der grünen Empörung über angeblich zu wenige Kontrollen.

Kreis-Grünen-Chef Bitzka wird zitiert, dass er niemand unter Generalverdacht stellen will. Die Frage ist, warum machen er und seine Partei es dann ständig? Warum stellen sie Millionen Jäger und Sportschützen, deren registrierte Waffen deliktisch nahezu irrelevant sind, immer wieder unter genau diesen Generalverdacht?

Wäre den Grünen an einer sachlichen Diskussion gelegen, würden sie nicht nur die Anzahl der registrieren Waffen und ihrer Besitzer abfragen, sondern auch die Anzahl der Fälle, in denen diese registrierten Waffen für Straftaten missbraucht wurden.

Aber dann wären die Grünen ganz schnell in Erklärungsnot, wenn sie begründen müssen, wie man eine Missbrauchsquote von um die null Prozent durch stärkere Kontrollen signifikant absenken kann.

Mit freundlichen Grüßen

Benedikt Krainz
„Schützen-Lobbyist“* und „Betreiber der widerlichen Hetzseite www.meinungsterror.de“*

* SZ Kamenz, Leserbriefseite, 22.08.2016

Mal sehen, ob sie veröffentlicht wird. Und wer noch so antwortet…

Zum gleichen Thema: Grüne: Bei Bürgerrechten konsequent inkonsequent

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Themen: Bürgerkriminalisierung, leserbrief, Parteien, Volksverdummung, Waffenrecht, Weltverbesserer | 3 Kommentare »

Kleiner Waffenschein, große Bedenken

Von Benedikt Krainz | 26.November 2016

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Die Experten hierzulande zeigen sich einmal mehr besorgt:

Nach aktuellen Medienberichten ist in Deutschland die Zahl der „kleinen Waffenscheine“ im Oktober 2016 mit 449.000 auf eine neues Rekordhoch gestiegen.

Ein Umstand, den man in Deutschland selbstverständlich nicht sachlich und wertfrei vermitteln kann. Die „Frankfurter Rundschau“ titelt entsprechend mit „Trügerische Sicherheit„. Damit suggeriert man gleich in der Überschrift, dass der unwürdige Untertan unfähig zur Selbstverteidigung ist und seinen Schutz gefälligst dem allmächtigen Staat überlassen soll.

Natürlich sind auch die üblichen „Experten“ belehrend zur Stelle:

Ähnlich wie der Polizeigewerkschaftschef weisen zahlreiche Experten darauf hin, dass Schreckschusspistolen und Reizgase lediglich das subjektive Sicherheitsgefühl verbesserten, nicht aber die Sicherheit an sich. Im Gegenteil: Sie erhöhten das Eskalationspotenzial, weil es im Eifer der Auseinandersetzungen zu Fehlwahrnehmungen und Verwechselungen komme könne. Zu fliehen oder wo möglich Hilfe zu holen, sei im Ernstfall das bessere Gegenmittel, heißt es.

Und überhaupt, es gibt ja auch gar keinen Grund zur Sorge:

Die im Mai veröffentlichte polizeiliche Kriminalstatistik weist überdies keinen Anstieg aus. Ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße wurden 2015 vielmehr genau 5 927 908 Straftaten erfasst. Das entspricht dem Niveau des Vorjahrs.

Während erste Bundesländer wegen des nicht vorhandenen Anstiegs von Straftaten ihre jeweiligen Polizeien mit vollautomatischen Kriegswaffen und Panzerfahrzeugen ausstatten, soll sich die Verkäuferin auf dem Heimweg nach der Spätschicht einfach schneller bewegen, anstatt sich für den Notfall mit einem Abwehrspray zu wappnen.

So einfach ist das in Deutschland.

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Themen: Bürgerkriminalisierung, Volksverdummung, Waffenrecht | 1 Kommentar »

Wer keine Waffe hat, der mordet trotzdem

Von Benedikt Krainz | 25.Oktober 2016

In Deutschland besitzen etwa 2 Millionen Bürger legal ungefähr 5,8 Millionen Schusswaffen. Eine Handvoll dieser Waffen wir jedes Jahr für kriminelle Zwecke oder Tötungsdelikte missbraucht.

In einem der seltenen neutralen und sachlichen Presseartikel, die man zu diesem Thema in den vergangenen Jahren lesen konnte, bescheinigte der „Focus“:

Bei 0,2 Prozent aller Straftaten sind Schusswaffen im Spiel. Nur in fünf Prozent dieser Fälle kamen legale Pistolen und Gewehre zum Einsatz.

Anders ausgedrückt: 99,8 % aller Straftaten kommen gänzlich ohne Schusswaffen aus. Und in den wenigen Fällen, wo eine Waffe im Spiel war, war diese in 19 von 20 Fällen nicht legal im Besitz des Straftäters.
Screenshot ZVW-Onlinepräsenz

So weit die Faktenlage, die – so könnte man zumindest meinen – auch bald acht Jahre nach „Winnenden“ in schwäbischen Provinz-Redaktionsstuben noch in Abrede gestellt wird. Wenn man die Realität ignoriert und statt dessen lieber munter Phrasen drischt und populäre Latrinenparolen aus der Waffenverbieterszene unreflektiert wiederkäut, kommt am Ende so ein „Meinungsartikel“ heraus:

Es ist kein Zufall, dass vor allem Sportschützen und Jäger zu Mördern werden. Sie dürfen legal Waffen besitzen. Und wer eine Waffe hat, der benutzt sie auch. Wenn bei ihm die Sicherungen durchbrennen. Das gilt bei persönlichen Beziehungsproblemen ebenso wie bei politischen Wahnideen.

Ja klar, „vor allem Sportschützen und Jäger“…

Wozu sich als Redakteur mit Fakten befassen, wenn man eine gefestigte „Meinung“ hat.

Dabei reichte schon ein schneller Blick auf Wikipedia, wenn man schon zu bequem ist, sich die vom BKA öffentlich zur Verfügung gestellten Zahlenreihen zu Gemüte zu führen:

In den Jahren 1993 – 2014 wurden demnach in Deutschland von der Polizei 80.840 Straftaten gegen das Leben registriert. In 41.289 Fällen blieb es beim Versuch, 39.551 Menschen verloren als Opfer eines Tötungsdeliktes ihr Leben.

Statistisch gesehen ergibt das pro Jahr fast 1.800 oder täglich fünf Opfer von Mord und Totschlag. Die Anzahl von den angeblich 230 „Sportmordwaffenopfern“ aus 25 Jahren wird durch den alltäglichen Mord und Totschlag alle sechs Wochen erreicht, die Opferzahl von „Winnenden“ alle dreieinhalb Tage.

Wenn die Verfügbarkeit von Schusswaffen das Problem wäre, müsste die Zahl der Opfer von Tötungsdelikten bei wenigen Prozent der tatsächlichen Zahl liegen. Es gäbe nicht 1.800 Todesopfer zu beklagen, sondern ein oder zwei Dutzend.

Dass dem nicht so ist, liegt eben daran, dass außerhalb des Paralleluniversums von Martin Winterling hauptsächlich mit Händen, Messern, Beilen und allerlei anderen Haushaltsgegenständen getötet wird, aber höchst selten mit legalen Jagd- oder Sportwaffen.

Der Amoklauf in Winnenden war vor Jahren ein Anlass, dass der Staat aufwachte und den Zugang zu Waffen ein wenig erschwert und vor allem die Kontrollen verschärft hat. Das war gut und richtig.

Nein, der Staat ist nicht „aufgewacht“. Der Gesetzgeber hat sich von hysterischen Medien und hyperventilierenden Politikern zu einer Überreaktion hinreißen lassen und reine Anlassgesetzgebung betrieben. Nur absolute Realitätsverweigerer glauben daran, dass man den vorsätzlichen Bruch geltender Gesetze ausgerechnet durch noch mehr und noch strengere Gesetze verhindern kann.

Deutschland ist von amerikanischen Verhältnissen weit entfernt. Welch ein Glück. Die Todesrate in dem hochgerüsteten Volk ist ungleich höher. Weil dort jeder eine Waffe zur Hand hat, zieht er diese auch schneller.

Leider ist Deutschland auch von den journalistischen Standards der USA so weit entfernt, wie die Erde von der Sonne. Davon abgesehen, dass die „Todesrate“ in einem Volk mit 320 Millionen Einwohnern zwangsläufig höher ist, als in Ländern mit einer ein Drittel so großen Bevölkerung. Wenn man schon von den Zuständen im eigenen Land nicht den blassesten Schimmer hat, dann muss man natürlich auch noch die völlige Unkenntnis der sog. „amerikanischen Verhältnisse“ in die Welt posaunen.

Umso hartnäckiger verteidigt hierzulande die Waffenlobby ihre Pfründe. Ihr Argument stimmt sogar: Nicht die Waffen an sich sind das Problem, sondern was deren Besitzer mit ihnen anstellen. Doch dieses Argument gilt eben auch umgekehrt: Weil nicht jeder Mensch zuverlässig und vertrauenswürdig ist, sollten möglichst wenig Leute überhaupt Waffen besitzen.

Wenn von zwei Millionen Waffenbesitzern zehn pro Jahr ihre Waffen missbrauchen, dann liegt die Missbrauchsquote bei 0,0005% jährlich. Bei jährlich 1.800 vollendeten Tötungsdelikten bei 82 Millionen Bürgern liegt die Quote bei 0,0022%.

Herr Winterling sollte sich demnach lieber vor den Nichtwaffenbesitzern fürchten. Die Wahrscheinlichkeit, durch einen solchen mittels Tatmittel „Haushaltsgegenstand“ unfreiwillig aus dem Leben zu scheiden, liegt um den Faktor vier höher, als von einem bösen Sportschützen mit dessen Schusswaffe gemeuchelt zu werden.

Die Wirklichkeit zu akzeptieren bedeutet aber auch anzuerkennen, dass eben jeder Mensch zum Mörder oder Totschläger werden kann. Egal, ob er in seiner Freizeit mit Schusswaffen oder Briefmarken hantiert, ob er am Fließband oder im Verkauf arbeitet oder eben als hypokritscher Lokalredakteur mit Hang zum Moralaposteltum bei irgend einem Käseblatt.

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Schmock about the Glock

Von Benedikt Krainz | 25.Juli 2016

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Oha, in der „Süddeutschen Zeitung“ ist ein Artikel mit Waffenbezug erschienen, in dem tatsächlich so etwas wie eine sachliche Darstellung der Deliktsrelevanz legal besessener Schusswaffen vorkommt:

Statistisch gesehen wird mit Waffen der Sportschützen Missbrauch nur im Promillebereich verübt.

Natürlich muss diese Ungeheuerlichkeit sofort relativiert werden, so heißt es bereits im nächsten Satz:

Das hilft den Opfern von Winnenden (16 Tote, 2009), Erfurt (17 Tote, 2002) oder Bad Reichenhall (fünf Tote, 1999) freilich nicht: In diesen und anderen Fällen waren die jungen Täter Angehörige von Sportschützen und schossen mit deren Waffen oder waren, wie Robert Steinhäuser in Erfurt, selbst Sportschützen.

Selbst nach einem Massaker wie dem in München, in dem eine nachweislich illegale Schusswaffe als Tatmittel verwendet wurde, agitiert die „Süddeutsche“ in der gewohnten Manier gegen legalen Waffenbesitz und vor allem gegen Sportschützen. Autor Joachim Käppner offenbart dazu noch sein profundes Fachwissen über die als Tatwaffe verwendete Glock 17:

Für normale Bürger ist es fast unmöglich, legal in den Besitz einer Glock 17 oder ähnlicher Waffen zu kommen. Ausnahmen sind, neben Polizeibeamten, Spezialberufe wie Jäger oder Menschen, die zum Selbstschutz eine Pistole tragen dürfen; das sind allerdings nur einige Tausend Personen.

Im Umkehrschluss sind dann wohl hunderttausende Bürger, die ganz legal und im Einklang mit dem geltenden Waffengesetz „solche und ähnliche Waffen“ besitzen, nicht „normal“.

Aber es wird noch besser:

In der Praxis aber gibt es ein großes Einfallstor: Sportschützen dürfen unter geringen Auflagen scharfe Schusswaffen erwerben, nach Schätzungen und Zahlen des Nationalen Waffenregisters sind daher bis zu sechs Millionen dieser Waffen legal in privater Hand.

Aha, das hunderte-Millionen-Euro-Projekt „Nationales Waffenregister“ muss Zahlen schätzen und unter „geringen Auflagen“ kann man in Deutschland eine Glock legal erwerben.

Wenn dem so ist, warum hat es bisher nicht einer diese superinvestigativen Journalisten geschafft, im Selbstversuch die „geringen Auflagen“ zu erfüllen und sich so ein Ding besorgt? An welcher „geringen Auflage“ scheitert das Vorhaben? Fehlt es an der persönlichen Eignung? Der mangelnden Zuverlässigkeit? Kann man das lächerliche Jährchen Mindestzugehörigkeit in einem Schießsportverein nicht abwarten? Scheitert man an der Sachkundeprüfung? Fehlt die Zeit für das vorgeschriebene, regelmäßige Training? Ist die Wohnung zu klein für einen Waffenschrank? Verdient man als Journalist zu schlecht, um sich das alles leisten zu können?

Oder liegt es schlicht daran, dass man lieber populäre Latrinenparolen weiterverbreitet, anstatt sich wenigstens oberflächlich mit der Materie zu befassen? Das würde zumindest erklären, warum es selbst an waffenrechtlichem Basiswissen mangelt und vom „Waffenschein“ fabuliert wird, wo die Waffenbesitzkarte gemeint ist.

Nur Besitzer von richtigen Waffenscheinen sind dazu berechtigt und müssen ihre Legitimation auch online nachweisen. In Deutschland darf niemand, der keinen solchen Waffenschein hat, eine scharfe Schusswaffe besitzen.

So wundert es nicht, dass auch bei der Beschreibung der Tatwaffe keinerlei Fachwissen durchschimmert:

„Sie ist leicht zu handhaben, sie neigt nicht zu Ladehemmungen und wiegt wegen des hohen Kunststoffanteils nicht viel; vor allem aber lassen sich mit einer einzigen Magazinladung 17 Patronen des Kalibers 9 Millimeter verschießen, ohne dass der Schütze nachladen muss. Der Abzug ist ungewöhnlich leicht zu drücken, so dass der Schütze weniger Training benötigt als bei herkömmlichen Pistolen. Kein Wunder, dass Waffenkritiker in den USA der Glock 17 bezeichnende Beinamen gaben: „Todesmaschine“ oder „Terrorpistole“.

Klar, bei allen anderen Pistolen braucht man einen Abschluss als Raketentechniker, um damit zu schießen und der „leichtgängige“ Safe-Action-Abzug sorgt für die ungemeine Beliebtheit der Glock 17 speziell bei den statischen Präzisionsdisziplinen.

Kaum vorstellbar, wie viele Millionen Menschen Hitler, Stalin und Konsorten hätten umbringen lassen können, wenn sie schon im Besitz dieser „Todesmaschinen“ gewesen wären…

Diese fachliche Kompetenz lässt sich eigentlich nur noch von Hollywood toppen:

»Der Punk hat eine Glock 7 gezogen! ’Ne Ahnung, was das ist? Eine Pistole aus Porzellan, hergestellt in Deutschland – taucht nicht auf Metall-Detektoren auf und kostet mehr, als Sie im Monat verdienen!«

Beim Gucken von „Die Hard 2“ ist es einem wenigstens bewusst, dass man die frei erfundene Handlung einer ausschließlich auf Unterhaltung angelegten Filmproduktion konsumiert. Beim Lesen eines Artikels einer seriösen Tageszeitung sollte man dagegen weniger frei erfundene Passagen erwarten dürfen.

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Hart, aber Propaganda

Von Benedikt Krainz | 25.Juli 2016

In der Sondersendung von „Hart, aber fair“ vom 24. Juli zum Amoklauf von München reden die Gäste sehr sachlich über das Geschehene. Man versucht, die Persönlichkeit des Täters zu begreifen, es geht um Videospiele, Mobbing und die Beschaffung einer illegalen Schusswaffe über das Darknet.

Das der Täter auch in Winnenden zu Besuch war, nimmt man zum Anlass, über eine Liveschaltung Frau Nalepa, die Mutter eines der Opfer von Winnenden, in die Sendung zu holen. Nach dem Redeschwall dieser sichtlich traumatisierten Frau kommt dann der Herr Plasberg endlich zum Punkt (und vermutlich der Grund der Schaltung) und fordert Frau Nalepa auf, ihre Forderung an die Politik zu richten. Dem kommt sie nach und fordert, wie schon bei ihren erfolglosen Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, privaten Waffenbesitz zu verbieten. Zuerst natürlich die legalen, damit dann die Polizei mehr Zeit hätte, sich um die illegalen Waffen zu kümmern.

Flankiert wird das Ganze dann durch die einschlägig bekannte „Expertise“ des Herrn Professor Pfeiffer. Demnach ist es dem verschärften Waffenrecht zu verdanken, dass die jährliche Zahl von Schusswaffenopfern von 632 Toten Mitte der neunziger Jahre auf 129 im Jahr 2015 gesunken sei. Das suggeriert, dass Waffengesetze Wirkung zeigen und ein restriktives Waffenrecht Tötungsdelikte mit Schusswaffen dezimiert.

Leider habe ich kurzfristig keine Zahlenreihe gefunden, die diese Behauptung belegt. Nur soviel: Sogar der für seine kreative Statistikführung bekannte Antiwaffenlobbyist Roman Grafe kommt trotz einfallsreicher Zählweise auf gerade mal 234 Schusswaffenopfer, die er irgendwie Sportschützen in die Schuhe schiebt. Allerdings über einen Zeitraum von 25 Jahren. Und hier stellt sich dann die Frage: Wenn selbst Grafe im Jahresmittel auf weniger als zehn angebliche Sportmordwaffenopfer kommt, wer hat dann die hunderte anderen Schusswaffenopfer verursacht, die es dann ja gegeben haben muss?

Frank Plasberg und sein „Faktencheck“ werden sicher keine Antwort liefern, das ist und war ja auch nicht die Mission.

Einmal mehr fühlt man sich als sachkundiger Zuschauer vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen für dumm verkauft, zu offensichtlich war die Manipulation der unbedarften Zuseher. So einfach geht das, aus einer Sondersendung zu einem aktuellen Ereignis ohne jeglichen Bezug zu legal besessenen Schusswaffen doch wieder irgendwie gegen registrierte Waffen in Händen von Sportschützen agitieren zu können, Politiker unter Druck zu setzen und zu hoffen, dass am Ende doch vielleicht ein Verbot heraus springt.

Übrigens hat der Herr Plasberg nicht zum ersten Mal seine Anti-Waffen-Haltung deutlich gemacht:

In der Sendung vom 1. Februar 2016 (ab Minute 48:00) wäscht er einem Zuschauer, der tatsächlich gewagt hat, ein liberaleres Waffengesetz zu fordern, ordentlich den Kopf…

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